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Etsy verfehlt Umsatzprognose im vierten Quartal trotz Depop-Verkauf

Online-Marktplatz meldet schwächere Nachfrage nach handgefertigten Produkten, Aktie steigt dennoch um 16 Prozent.

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Etsy verfehlt Umsatzprognose im vierten Quartal trotz Depop-Verkauf

Der Online-Marktplatz Etsy hat die Umsatzerwartungen der Wall Street für das vierte Quartal 2024 verfehlt. Das Unternehmen erzielte einen Umsatz von 881,63 Millionen US-Dollar und blieb damit knapp unter der Analystenschätzung von 884,90 Millionen Dollar. Die schwächere Performance deutet auf eine nachlassende Nachfrage nach personalisierten Geschenken und handgefertigten Waren hin.

Die anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit belastet offenbar das Kaufverhalten der Kunden auf der Plattform. Trotz der verfehlten Umsatzziele zeigt sich die Börse versöhnlich: Die Etsy-Aktie legte im vorbörslichen Handel um 16 Prozent zu.

Milliarden-Deal mit eBay treibt Kurs

Der Kursanstieg ist primär auf eine strategische Entscheidung des Managements zurückzuführen. Etsy verkaufte am späten Mittwochabend seine Mode-Wiederverkaufsplattform Depop für fast 1,2 Milliarden US-Dollar an den E-Commerce-Riesen eBay. Die auf die Generation Z ausgerichtete Plattform hatte Etsy 2021 für 1,6 Milliarden Dollar übernommen.

Der Verkauf ermöglicht es Etsy, sich wieder stärker auf sein Kerngeschäft mit handgefertigten und Vintage-Produkten zu konzentrieren. Analysten werten die Transaktion als positiven Schritt zur Portfoliobereinigung. Die Erlöse könnten für Aktienrückkäufe oder Investitionen in die Hauptplattform verwendet werden.

Herausforderungen im E-Commerce-Markt

Die Quartalszahlen spiegeln die aktuellen Herausforderungen im Online-Handel wider. Viele Verbraucher zeigen sich angesichts der Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit zurückhaltender bei nicht-essentiellen Käufen. Besonders betroffen sind Nischenanbieter wie Etsy, die auf diskretionäre Ausgaben angewiesen sind.

Für deutsche Anleger bleibt Etsy dennoch ein interessanter Wert im E-Commerce-Segment. Die Plattform verfügt über eine loyale Kundenbasis und profitiert vom Trend zu individuellen, nachhaltigen Produkten. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob das Unternehmen seine Marktposition trotz makroökonomischer Gegenwinds behaupten kann.

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