Stada: Milliarden-Deal in Sicht
Private-Equity-Eigentümer planen den Verkauf oder Börsengang des Pharmaunternehmens Stada im Wert von bis zu 15 Milliarden Euro

Die Vorbereitungen für den möglichen Verkauf oder Börsengang des hessischen Arzneimittelherstellers Stada werden konkreter. Die Private-Equity-Eigentümer Bain und Cinven stehen kurz davor, Banken offiziell zu mandatieren, um den Deal zu organisieren. Dabei könnten JP Morgan, die Deutsche Bank und Jefferies ausgewählt werden. Eine endgültige Entscheidung wird jedoch erst in den kommenden Tagen erwartet. Die Bewertung von Stada in diesem Deal könnte bis zu 15 Milliarden Euro betragen.
Es wird angenommen, dass die wahrscheinlichste Lösung der Verkauf eines Minderheitsanteils an einen dritten Investor ist. Es wird jedoch in alle Richtungen ergebnisoffen geprüft. Ein Börsengang steht nicht im Vordergrund der Überlegungen. Ein Komplettverkauf an einen anderen Arzneimittelhersteller ist möglich, aber angesichts des schwierigen Umfelds an den Finanzmärkten derzeit ungewiss.
Stada hat sich seit der Übernahme durch Bain und Cinven vor fünf Jahren gut entwickelt. Das Unternehmen hat seine Präsenz im margenstärkeren Geschäft mit frei verkäuflichen Markenprodukten ausgebaut und mehrere bedeutende Zukäufe getätigt. Das Consumer-Health-Geschäft von Stada ist in Europa auf dem vierten Platz, und das Unternehmen erzielt rund 15 Prozent seines Umsatzes in Russland.
Sollte es zu einem Börsengang kommen, könnte Stada Aktien im Wert von etwa 2,5 Milliarden Euro ausgeben, um die Einnahmen für die Schuldenreduzierung zu nutzen und den Verschuldungsgrad zu senken. Im Vorfeld eines möglichen Börsengangs wird nach einem "Cornerstone Investor" gesucht, der einen bedeutenden Anteil der Aktien erwerben würde.
Insgesamt hat Stada unter den neuen Eigentümern seinen Umsatz fast verdoppelt, wobei der Umsatz im Consumer-Healthcare-Geschäft besonders stark gewachsen ist. Rund 20 Prozent des Umsatzes werden inzwischen mit Spezialpharmaka gemacht, ein Bereich, in dem Stada wie ein Originalhersteller agiert.
