SSP hält Gewinnprognose trotz Nahost-Konflikt und kündigt Aktienrückkauf an
Der Gastronomie-Konzessionär SSP Group bleibt trotz gesunkener Passagierzahlen im Nahen Osten auf Kurs für seine Gesamtjahresprognose und startet einen Aktienrückkauf.

SSP Group PLC (LON: SSPG), der Betreiber von Gastronomie-Konzessionen an Flughäfen und im Schienenverkehr, hat am Freitag mitgeteilt, dass das Unternehmen auf Kurs ist, die Erwartungen für den Gesamtjahresgewinn zu erfüllen. Das gelte trotz eines Einbruchs bei den Passagierzahlen infolge des Konflikts im Nahen Osten. Zugleich kündigte das Unternehmen eine neue Aktienrückkaufmaßnahme in Höhe von 50 Millionen Pfund an.
Für das Gesamtjahr erwartet SSP einen Gewinn je Aktie von rund 14 Pence. Das entspricht einem Anstieg von etwa 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt innerhalb des angegebenen Leitkorridors. Zu diesem Ergebnis hätten niedrigere als geplant ausgewiesene Minderheitsbeteiligungen und Steuerlasten beigetragen, so das Unternehmen.
Der Aktienrückkauf schließt sich an die Fertigstellung des vorherigen Programms an und fügt sich in die Kapitalallokationsstrategie von SSP ein. Das Unternehmen geht davon aus, dass seine Verschuldung im Verhältnis zum Gewinn wieder in Richtung des unteren Endes seines mittelfristigen Zielkorridors von 1,5-2x zurückkehren wird.
Die Details
Der Gruppenumsatz im Quartal zum 30. September stieg bei konstanten Wechselkursen um 4 Prozent. Auch die like-for-like-Umsätze, die ausschließlich Filialen vergleichen, die in beiden Zeiträumen geöffnet waren, nahmen um 4 Prozent zu. Der Gesamtjahresumsatz lag bei rund 3,8 Milliarden Pfund, was einem Anstieg von etwa 5 Prozent entspricht.
Regional fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Die like-for-like-Umsätze in Großbritannien und Irland stiegen aufgrund eines starken Sommers um 9 Prozent. Nordamerika verzeichnete einen Anstieg von 2 Prozent, trotz gedämpfter Passagierzahlen. Kontinentaleuropa legte um 3 Prozent zu, wobei die Gesamtumsätze aufgrund des gestaffelten Ausstiegs aus dem Geschäft mit Autobahnraststätten in Deutschland flach blieben.
In der Region Asien-Pazifik, östliches Mittelmeer und Golf stiegen die like-for-like-Umsätze um 1 Prozent. Darin enthalten ist der Effekt niedrigerer Passagierzahlen im Golf und in wichtigen Reisezentren. Die Passagierzahlen im Golf haben sich stark erholt und liegen nun bei 90 Prozent des Niveaus des Vorjahres, obwohl die like-for-like-Umsätze im Golf weiterhin um 10 Prozent sanken. Der Verkehr im östlichen Mittelmeer, in Asien-Pazifik und in Indien bleibt aufgrund weniger lokaler und Anschlusspassagiere niedriger.
SSP erwartet einen operativen Gewinn von rund 230 Millionen Pfund, der leicht unter dem geplanten Wert liegt. Als Grund nennt das Unternehmen gedämpfte Passagierzahlen in Nordamerika während des Sommers. Es wird erwartet, dass die niedrigeren als geplant ausgewiesenen Minderheitsbeteiligungen dies auf Ebene des Nettogewinns ausgleichen werden.
Der freie Cashflow nach Zinsen wird voraussichtlich bei rund 70 Millionen Pfund liegen, was leicht unter der vorherigen Erwartung liegt. Die Kapitalinvestitionen werden voraussichtlich bei rund 170 Millionen Pfund liegen, da einige Projekte in das Geschäftsjahr 2027 verschoben wurden. In Kontinentaleuropa wird die operative Gewinnmarge voraussichtlich von 2,2 Prozent im Vorjahr auf rund 3 Prozent steigen.
Chief Executive Patrick Coveney sagte: "Wir haben in einem herausfordernden Umfeld eine widerstandsfähige Quartalsleistung im vierten Quartal erzielt." Coveney hob zudem "gute Fortschritte bei der Wende der Leistung in Frankreich und Deutschland" hervor.
Hintergrund: Was bisher geschah
Aktienrückkäufe sind bei britischen Unternehmen derzeit ein verbreitetes Mittel der Kapitalrückführung. Bereits am 10.06.2026 berichtete aktien.news, dass Fuller Smith & Turner starke Ergebnisse vorgelegt und die Erwartungen der Analysten übertroffen habe; der britische Pub- und Hotelbetreiber erzielte einen Gesamtumsatz von 397,80 Millionen Pfund und weitete seinen Aktienrückkauf aus.
Am 31.03.2026 meldete aktien.news, dass die Hilton Food Group PLC (LSE: HFG) einen bereinigten Vorsteuergewinn von 73 Millionen Pfund erzielte und ihre Prognosespanne für das Geschäftsjahr 2026 von 60 bis 65 Millionen Pfund bestätigte. Am 23.02.2026 berichtete aktien.news, dass Rolls-Royce Holdings ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Pfund plant. Am 10.02.2026 meldete aktien.news, dass die Commerzbank im Geschäftsjahr 2025 einen Nettogewinn von 2,63 Milliarden Euro erzielte und ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 540 Millionen Euro ankündigte.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem wegen der Kombination aus stabiler Gewinnprognose und Kapitalrückführung interessant. SSP bestätigt, dass der Gewinn je Aktie innerhalb des angegebenen Leitkorridors liegt, obwohl das operative Ergebnis mit rund 230 Millionen Pfund leicht unter Plan liegt. Der Ausgleich erfolgt auf Ebene des Nettogewinns durch niedrigere Minderheitsbeteiligungen und Steuerlasten.
Der Aktienrückkauf von 50 Millionen Pfund reduziert die Zahl der ausstehenden Aktien und kann den Gewinn je Aktie stützen. Zugleich signalisiert die geplante Rückführung der Verschuldung in Richtung des unteren Endes des Zielkorridors von 1,5-2x eine vorsichtige Bilanzpolitik. Anleger sollten beachten, dass die Umsatzentwicklung regional stark auseinanderläuft: Während Großbritannien und Irland mit 9 Prozent like-for-like zulegten, blieb das Golf-Geschäft mit einem Rückgang von 10 Prozent deutlich unter Druck.
Die Region Asien-Pazifik, östliches Mittelmeer und Golf bleibt der von geopolitischen Risiken am stärksten betroffene Geschäftsbereich. Der Konflikt im Nahen Osten hat seit Ende Februar zu einem erheblichen Rückgang der Passagierzahlen in diesen Regionen geführt. Dass sich die Passagierzahlen im Golf inzwischen auf 90 Prozent des Vorjahresniveaus erholt haben, deutet auf eine gewisse Stabilisierung hin, ohne dass das Umsatzniveau bereits wieder erreicht ist.
Ausblick
Für das Gesamtjahr erwartet SSP einen Gewinn je Aktie von rund 14 Pence, ein Plus von etwa 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn soll bei rund 230 Millionen Pfund liegen, der freie Cashflow nach Zinsen bei rund 70 Millionen Pfund und die Kapitalinvestitionen bei rund 170 Millionen Pfund. Einige Projekte wurden in das Geschäftsjahr 2027 verschoben.
In Kontinentaleuropa soll die operative Gewinnmarge von 2,2 Prozent auf rund 3 Prozent steigen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Verschuldung im Verhältnis zum Gewinn wieder in Richtung des unteren Endes des mittelfristigen Zielkorridors von 1,5-2x zurückkehrt. Der neue Aktienrückkauf über 50 Millionen Pfund schließt an das abgeschlossene vorherige Programm an.
Kurz erklärt
- Aktienrückkauf: Ein Unternehmen kauft eigene Aktien zurück, wodurch sich die Zahl der ausstehenden Anteile verringert.
- Like-for-like-Umsatz: Kennzahl, die nur Filialen vergleicht, die in beiden Zeiträumen geöffnet waren.
- Gewinn je Aktie: Der auf eine einzelne Aktie entfallende Anteil am Unternehmensgewinn.
