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Sri Lankas Wirtschaft bricht im April massiv ein

Sowohl der Dienstleistungs- als auch der Industriesektor Sri Lankas rutschten im April tief in den Kontraktionsbereich.

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Sri Lankas Wirtschaft bricht im April massiv ein

Sri Lankas Wirtschaft hat im April einen deutlichen Rückschlag erlitten. Sowohl der Dienstleistungssektor als auch das verarbeitende Gewerbe verzeichneten laut aktuellen Daten der Zentralbank Sri Lankas einen starken Einbruch ihrer Einkaufsmanagerindizes (PMI) – beide Sektoren rutschten klar unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Der PMI für den Dienstleistungssektor fiel im April auf 46,7 Punkte, nach noch 59,4 Punkten im März. Das entspricht einem Rückgang von fast 13 Punkten innerhalb eines einzigen Monats. Ein PMI-Wert unter 50 signalisiert eine Schrumpfung des jeweiligen Sektors, während Werte darüber auf Wachstum hindeuten.

Noch dramatischer fiel der Einbruch im verarbeitenden Gewerbe aus. Der Industrie-PMI kollabierte von 66,7 im März auf nur noch 42,6 Punkte im April – ein Rückgang von mehr als 24 Punkten. Damit befindet sich die Industrie des Inselstaates in einer ausgeprägten Kontraktion.

Neuaufträge und Produktion brechen ein

Im Dienstleistungssektor spiegeln die Teilkomponenten den Gesamttrend wider. Das Neugeschäft sank von 57,6 auf 48,9 Punkte, die Beschäftigung fiel von 54,2 auf 44,4. Der Auftragsbestand lag mit 48,8 Punkten leicht über dem Vormonatswert von 48,1. Ein positives Signal lieferten hingegen die Geschäftserwartungen: Sie stiegen von 57,1 auf 65,9 Punkte und deuten darauf hin, dass Unternehmen mittelfristig wieder mit einer Erholung rechnen.

Im verarbeitenden Gewerbe fielen die Einbrüche noch gravierender aus. Die Neuaufträge stürzten von 69,9 auf 36,4 Punkte ab, die Produktion brach von 68,8 auf 30,5 Punkte ein. Die Beschäftigung im Industriesektor sank von 55,9 auf 47,0 Punkte. Die Lagerbestände an Einkäufen gingen von 59,9 auf 44,0 zurück, während die Lieferzeiten der Lieferanten bei 68,7 Punkten lagen, nach 75,5 im Vormonat.

Hintergrund: PMI als wichtiger Frühindikator

Der Einkaufsmanagerindex gilt als einer der zuverlässigsten Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Er basiert auf monatlichen Umfragen unter Einkaufsmanagern aus verschiedenen Branchen und gibt Aufschluss über Auftragslage, Produktion, Beschäftigung und Lieferketten. Werte über 50 signalisieren Wachstum, Werte darunter Kontraktion.

Sri Lanka hatte in den vergangenen Jahren mit einer schweren Wirtschafts- und Schuldenkrise zu kämpfen, die 2022 in einem Staatsbankrott gipfelte. Seitdem befindet sich das Land in einem Erholungsprozess, der durch internationale Hilfen und Reformen gestützt wird. Die aktuellen PMI-Daten für April zeigen, dass dieser Erholungspfad weiterhin fragil ist und erheblichen Schwankungen unterliegt.

Die stark gestiegenen Geschäftserwartungen im Dienstleistungssektor könnten jedoch darauf hindeuten, dass der April-Einbruch von den Unternehmen selbst als vorübergehend eingeschätzt wird. Ob sich diese Zuversicht in den kommenden Monaten bestätigt, werden die nächsten PMI-Veröffentlichungen der Zentralbank zeigen.

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