Spotify führt KI-Playlist-Generator ein – Premium wird teurer
Der Musik-Streaming-Riese Spotify erweitert sein KI-Angebot mit einer neuen Funktion, die personalisierte Playlists auf Basis von Stimmungen und Erinnerungen erstellt. Gleichzeitig steigt der Preis für das Premium-Abo in den USA.

Spotify hat am Donnerstag die "Prompted Playlist" vorgestellt, eine innovative KI-gestützte Funktion, die es Nutzern ermöglicht, durch einfache Eingaben maßgeschneiderte Musikzusammenstellungen zu erstellen. Anders als bei herkömmlichen Playlists können Nutzer ihre Wünsche in natürlicher Sprache formulieren – sei es eine Stimmung, eine Erinnerung oder eine konkrete Aktivität.
Die neue Funktion erlaubt hochgradig spezifische Anfragen wie "energiegeladener Pop und Hip-Hop für einen 30-minütigen 5-km-Lauf, der ein gleichmäßiges Tempo beibehält, bevor er in entspannende Songs für das Cool-down übergeht". Nutzer können zudem bestimmte Künstler oder Zeitabschnitte in ihre Prompts einbeziehen. Für Inspiration sorgen von Spotify-Redakteuren erstellte Beispiel-Prompts unter der Registerkarte "Ideen".
Automatische Updates und Song-Erklärungen
Ein wesentlicher Unterschied zur früheren "AI Playlist"-Funktion: Die Prompted Playlists können so eingestellt werden, dass sie sich täglich oder wöchentlich automatisch aktualisieren. Zusätzlich liefert Spotify zu jedem empfohlenen Song eine Beschreibung, die erklärt, warum er zur Anfrage passt.
Massive Investitionen in KI-Technologie
Die Plattform setzt zunehmend auf künstliche Intelligenz und hat im vergangenen Jahr in Partnerschaft mit den drei größten Musiklabels – Sony Music Group, Universal Music Group und Warner Music Group – "signifikante Investitionen in die KI-Forschung und Produktentwicklung" angekündigt. Zu den bereits bestehenden KI-Features zählen AI DJ, AI Playlist und Daylist.
Preiserhöhung für US-Kunden
Parallel zur technologischen Innovation kündigte Spotify eine Preisanpassung für US-Kunden an. Ab Februar steigt das Premium-Abonnement von bisher 11,99 auf 12,99 Dollar pro Monat – ein Plus von knapp 8,4 Prozent. Für deutsche Nutzer bleibt die Preisgestaltung zunächst unverändert.
Führungswechsel und Kontroversen
Am 1. Januar vollzog das Unternehmen einen bedeutenden Führungswechsel: Spotify-Gründer Daniel Ek trat als CEO zurück und übernahm die Position des Executive Chairman (Verwaltungsratsvorsitzender). Gleichzeitig sah sich das Unternehmen Kritik ausgesetzt wegen Eks Investition in das Verteidigungstechnologieunternehmen Helsing, bei dem er ebenfalls Verwaltungsratsvorsitzender ist.
Als Reaktion auf diese Verbindung verließen mehrere Künstler die Plattform, darunter Hotline TNT, Deerhoof und Xiu Xiu, wie die Online-Publikation The Fader berichtete. Die Kontroverse zeigt die zunehmende Sensibilität von Künstlern bezüglich der ethischen Ausrichtung der Plattformen, auf denen sie ihre Musik veröffentlichen.
