Speicher-Engpass in der KI: Morgan Stanley sieht große Chancen
Morgan Stanley identifiziert Speicher als neuen Flaschenhals der KI-Revolution. Analysten erwarten einen steilen Preisaufwärtszyklus und empfehlen Investments in führende Speicherhersteller und Halbleiterausrüster.

Die Investmentbank Morgan Stanley sieht den nächsten großen Engpass in der künstlichen Intelligenz nicht mehr bei der Rechenleistung, sondern beim Speicher. Analyst Shawn Kim prognostiziert einen beispiellosen Nachfrageanstieg, der die Branche in einen neuen Superzyklus führen könnte.
Speicher wird zum kritischen Faktor
Laut Morgan Stanley befindet sich der Speichermarkt bereits in einem kapazitätsbeschränkten Zyklus mit ungewöhnlich langer Auftragssichtbarkeit. Der Grund: KI-Inferenz-Workloads hängen zunehmend vom Speicherzugriff ab, nicht nur von reiner Rechenleistung. Besonders längere Text-, Bild-, Video- und Agenten-KI-Workflows erfordern fortschrittlichere Server-DRAM- und Enterprise-NAND-Lösungen.
Dramatischer Nachfrageanstieg erwartet
Die Zahlen sind beeindruckend: Morgan Stanley schätzt, dass allein die Text-KI-Inferenz bis 2026 etwa 35 Prozent des weltweiten DRAM-Angebots und 92 Prozent des NAND-Angebots verbrauchen könnte. Kim betont: "Das Risiko liegt in der Umsetzung und dem Übergang, nicht in der Nachfrage."
Steiler Preisanstieg voraus
Die Bank erwartet einen raschen Preisaufwärtszyklus mit deutlichen Zuwächsen bei DRAM, HBM (High Bandwidth Memory), NAND und Legacy-Speicher. Channel-Checks deuten auf potenzielles Aufwärtspotenzial bei den bereits aggressiven Quartal-zu-Quartal-Erhöhungen von über 70 Prozent für DRAM und NAND hin. Gleichzeitig sinken die Lagerbestände entlang der gesamten Lieferkette weiter.
Massive Investitionen notwendig
Eine Beschleunigung der Investitionsausgaben sei "unvermeidlich", so Morgan Stanley. Besonders bei DRAM werden bedeutende Greenfield-Erweiterungen ab 2027 erwartet, um die steigende Nachfrage zu bedienen.
Klare Investmentempfehlungen
Analyst Kim formuliert es deutlich: "Engpässe sind die Gewinner – kaufen Sie Speicher und Halbleiterausrüstung, insbesondere EUV." Morgan Stanley hebt folgende Unternehmen hervor:
• DRAM-Marktführer: Samsung, SK hynix und Micron Technology • Legacy-Speicher: Winbond Electronics • Festplattenhersteller: Western Digital • Halbleiterausrüster: ASML und DISCO
Paradigmenwechsel in der KI-Infrastruktur
Der Fokus verschiebt sich von der reinen Rechenleistung hin zur Speicherkapazität. Dies markiert einen fundamentalen Wandel in der KI-Infrastruktur. Während in den vergangenen Jahren Grafikkarten-Hersteller wie Nvidia im Mittelpunkt standen, rücken nun Speicherhersteller ins Rampenlicht.
Für Anleger bedeutet dies eine strategische Neuausrichtung: Unternehmen, die in der Lage sind, die Speichernachfrage zu bedienen, dürften zu den großen Gewinnern des KI-Booms gehören. Die lange Auftragssichtbarkeit und die strukturelle Angebotsknappheit schaffen ein attraktives Investmentumfeld für die kommenden Jahre.
