ANZEIGE

Sparneigung der Deutschen belastet Konsumklima

Online-Handel erlebt Umsatzrückgang: Wie die anhaltende Sparsamkeit den Einzelhandel herausfordert

2 Min
Sparneigung der Deutschen belastet Konsumklima

Das GfK-Konsumklima in Deutschland hat erneut an Fahrt verloren, da die Sparneigung der Verbraucher auf den höchsten Stand seit April gestiegen ist. Laut GfK-Konsumforschern wird das Konsumbarometer im Oktober voraussichtlich um 0,9 auf minus 26,5 Punkte sinken, was den zweiten aufeinanderfolgenden Rückgang und den niedrigsten Stand seit April markiert. Die Aussicht auf eine rasche Erholung des Konsums in diesem Jahr ist äußerst unwahrscheinlich, wie GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl betonte.

Obwohl die Bereitschaft zu größeren Ausgaben leicht zunimmt und die Einkommenserwartungen stabil bleiben, hat die gestiegene Sparneigung das Konsumklima erneut beeinträchtigt. Dieser Anstieg der Sparneigung ist auf die anhaltend hohe Inflationsrate zurückzuführen, insbesondere aufgrund steigender Lebensmittel- und Energiepreise. Dadurch wird der private Konsum in diesem Jahr voraussichtlich keine positive Auswirkung auf die Gesamtwirtschaft haben.

Die Menschen in Deutschland blicken zwar etwas weniger pessimistisch auf die Konjunktur und ihre eigenen Finanzen, aber die Lust auf größere Anschaffungen verharrt aufgrund begrenzter Budgets und Ängsten vor Arbeitsplatzverlust und Insolvenzen auf einem niedrigen Niveau. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen in diesem Jahr um 150.000 bis 190.000 höher sein werden als im Vorjahr.

Die Auswirkungen dieser Konsumflaute sind auch im Online-Handel spürbar. Laut einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI verzeichneten die 1.000 umsatzstärksten Onlineshops bereits im vergangenen Jahr erstmals seit 2008 einen Umsatzrückgang. Im Jahr 2023 wird ein weiterer Rückgang erwartet, wobei das Ausmaß noch abzuwarten bleibt.

Die Umsätze im E-Commerce sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits um rund 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Für das gesamte Jahr prognostizieren Experten im besten Fall einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent im Onlinehandel, im schlimmsten Fall sogar einen Rückgang von 16,9 Prozent auf 64,6 Milliarden Euro. Damit stehen große Onlinehändler wie Amazon, Otto und Zalando vor herausfordernden Zeiten, da die Krise im Onlinehandel weiterhin anhält.

Die düstere Aussicht für den Onlinehandel spiegelt sich auch in den Prognosen des Handelsverbandes Deutschland wider, der einen Umsatzrückgang von mehr als fünf Prozent für das Jahr 2023 vorhersagt. Nur etwa jeder fünfte Onlinehändler erwartet eine baldige Erholung von den aktuellen Herausforderungen.

Die anhaltende Konsumzurückhaltung und die steigende Sparneigung stellen somit eine ernsthafte Herausforderung für den deutschen Einzelhandel dar, insbesondere für den Online-Handel, der sich mit einer anhaltenden Umsatzflaute konfrontiert sieht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftliche Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird.

SparerDeutschlandHandelOnlineshopping

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer