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Sparkassen-Filialabbau: Experten stellen Auftrag in Frage

Wie der Sparkassen-Filialabbau den öffentlichen Auftrag der Banken in Frage stellt und Experten alarmiert

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Sparkassen-Filialabbau: Experten stellen Auftrag in Frage

Immer mehr Sparkassen in Deutschland schließen ihre Filialen, bauen Geldautomaten ab und ziehen sich aus der Fläche zurück. Experten hinterfragen daher, ob die Geldhäuser ihrem gesetzlichen Auftrag noch gerecht werden. Dieser besteht darin, allen Menschen die Versorgung mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen zu ermöglichen, regionale Unternehmen zu unterstützen und den Sparsinn der Bevölkerung zu fördern. Im Vordergrund steht dabei nicht die Maximierung des Gewinns, sondern vielmehr die Stärkung der Region, in deren kommunaler Trägerschaft die meisten Sparkassen stehen.

Bürgermeister und Anwohner einiger Ortschaften, in denen Sparkassen Filialen schließen, kritisieren die Sparmaßnahmen und die langen Wege, die sie zurücklegen müssen, um zu den nächsten Filialen zu gelangen. Teils kilometerweite Strecken über Land - für Menschen ohne Auto oft nicht mehr zu bewerkstelligen. Besonders drastisch sind die Pläne der Sparkasse im Landkreis Göttingen, wo im Sommer fünf Filialen und 16 Automaten-Standorte verschwinden sollen, einer davon in Klein Lengden in der Gemeinde Gleichen. Ortsbürgermeister Klaus-Werner Hanelt zeigt sich im Interview mit Report Mainz erschüttert: In der Gemeinde Gleichen gäbe es nach dem im Sommer geplanten Abbau für zehn Ortschaften nur noch einen Geldautomaten der Sparkasse - verteilt über eine Fläche größer als die Stadt Göttingen.

Ein weiteres Problem für Kunden der Sparkassen ist, dass diese auch bei steigenden Leitzinsen noch immer keine Zinsen auf Tagesgeldkonten zahlen. Laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox zahlten knapp ein Drittel der Sparkassen am 21. März 2023 noch immer keine Zinsen - anders als viele Privatbanken. Auf Nachfrage antwortet Christian Achilles, Leiter der Kommunikationsabteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, im Interview mit Report Mainz, Tagesgeldkonten seien ohnehin "keine sinnvolle Anlagestrategie".

Experten wie Gerhard Schick von der Bürgerbewegung Finanzwende kritisieren den Rückzug der Sparkassen und betonen, dass die Geldhäuser ihren öffentlichen Auftrag nur dann erfüllen können, wenn sie in der Region präsent sind. Ralf Jasny, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Finanzdienstleistungen an der Frankfurt University of Applied Sciences, sieht hinsichtlich des öffentlichen Auftrags kritisch auf aktuelle Entwicklungen bei vielen Sparkassen und stellt fest, dass einige Sparkassen mehr als 30 Prozent ihres Geldes in festverzinsliche Wertpapiere und Aktien investierten, was nicht dem öffentlichen Auftrag entspreche.

Die Sparkassen-Finanzgruppe betont hingegen, dass sie von allen Kreditinstituten mit den meisten Filialen vertreten seien, "mehr als Aldi und Lidl zusammen".

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