Spannung vor Zinsschritt der US-Notenbank
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Noch gestern stand die Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve über eine mögliche Zinssenkung aus, doch an den Märkten wurde bereits Vorsicht geübt. Eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte auf 4,25 bis 4,5 Prozent war allgemein erwartet worden und größtenteils in die Marktbewegungen eingepreist. Der DAX reagierte auf die Unsicherheit mit einem leichten Rückgang um 0,02 Prozent und schloss bei 20.242 Punkten. Technische Analysten richteten ihre Aufmerksamkeit auf die 50-Tage-Linie bei 20.180 Punkten, die als wichtiger Indikator für den mittelfristigen Trend galt. Ein Abrutschen unter diese Marke könnte einen Trendwechsel signalisiert haben.
In den USA zeigten sich die Märkte vor der Zinsentscheidung gespalten. Während der Dow Jones nach einer längeren Verlustserie um 0,3 Prozent auf 43.590 Punkte zulegte, stagnierte der Nasdaq 100 auf dem Niveau des Vortages bei 22.001 Punkten. Experten sahen in den wirtschaftspolitischen Plänen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump eine mögliche Belastung für die Notenbank. Insbesondere die Ankündigung von Steuersenkungen und Zöllen könnte die Inflation anheizen und den geldpolitischen Spielraum der Fed einengen.
Am Rohstoffmarkt stiegen die Ölpreise spürbar an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verteuerte sich um ein Prozent auf 74,07 Dollar, was auf einen geringeren Rückgang der US-Rohölreserven als erwartet zurückzuführen war. Der Euro gab am Nachmittag nach und notierte 0,25 Prozent niedriger bei 1,0469 Dollar, während der Goldpreis um 0,5 Prozent auf 2.634 Dollar fiel.
Im Pharmasektor erregte Merck & Co Aufmerksamkeit durch den Erwerb der Rechte an einem Adipositas-Medikament von Hansoh Pharmaceuticals. Für eine Vorauszahlung von 112 Millionen Dollar sowie mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 1,9 Milliarden Dollar sicherte sich Merck Zugriff auf ein Mittel, das sich noch in der präklinischen Entwicklung befand.
Die Commerzbank-Aktie führte mit einem Plus von über zwei Prozent den DAX an. Grund dafür war die Aufstockung der UniCredit-Beteiligung auf 28 Prozent. Analysten sahen in dieser Strategie Synergien zwischen der Commerzbank und der UniCredit-Tochter HVB. Währenddessen dauerten die Tarifverhandlungen bei Volkswagen weiter an, ohne dass eine Einigung in Sicht war. Streiks ab Januar könnten die Folge sein.
Ein möglicher Zusammenschluss von Honda und Nissan sorgte für Kursgewinne bei Renault, einem Großaktionär von Nissan. Nach monatelangem Streik nahm Boeing die Produktion aller Flugzeugtypen, einschließlich der 737 MAX, wieder vollständig auf.
