S&P 500: Kampf um die 7.000-Punkte-Marke spitzt sich zu
US-Index testet seit Tagen erfolglos psychologisch wichtige Schwelle – Inflationsdaten am Freitag könnten Entscheidung bringen.

Der S&P 500 kämpft weiterhin mit der psychologisch wichtigen Marke von 7.000 Punkten. Bereits seit Anfang Januar testet der US-Leitindex dieses Niveau, ohne jedoch einen überzeugenden Durchbruch zu schaffen. Die Futures notierten am Donnerstag leicht im Plus, während der europäische Handel nach schwachen Vorgaben aus Asien uneinheitlich verlief.
Die Volatilität an den US-Märkten bleibt hoch. Nach dem starken Arbeitsmarktbericht am Mittwoch legten die Aktien zunächst zu, gaben dann jedoch nach, da Händler schnelle Gewinne mitnahmen. Die robusten Daten nähren Befürchtungen, dass die US-Notenbank Fed Zinssenkungen weiter hinauszögern könnte. Später griffen Schnäppchenjäger zu und hoben die Indizes von ihren Tiefstständen ab – für einen Ausbruch über 7.000 Punkte reichte es jedoch erneut nicht.
Die jüngsten Arbeitsmarktdaten präsentieren ein zweischneidiges Schwert für Anleger. Einerseits signalisieren sie eine robustere Wirtschaft als erwartet, andererseits verringern sie die Chancen auf eine baldige Zinswende. Die Fed orientiert sich jedoch eher an Datentrends als an einzelnen Berichten. Um die geldpolitischen Tauben innerhalb der Notenbank zu überzeugen, bedarf es weiterer Belege für eine Abschwächung am Arbeitsmarkt.
Inflationsdaten im Fokus
Alle Blicke richten sich nun auf den Inflationsbericht am Freitag. Schwächere Daten würden die Erwartungen an eine frühere Zinssenkung wiederbeleben und dem Aktienmarkt Auftrieb verleihen. Sollten die Zahlen jedoch über den Erwartungen liegen, könnte es an den Märkten turbulent werden. Vor der Veröffentlichung stehen kaum wichtige Daten an, lediglich die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe werden veröffentlicht.
Aus technischer Sicht konsolidiert der S&P 500 nun seit mehreren Tagen unterhalb der 7.000er-Schwelle. Der zugrunde liegende Trend bleibt eindeutig bullisch – der Index hält sich über dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt und bildet kontinuierlich höhere Hochs und höhere Tiefs aus. Allerdings gibt der Verlust an bullischem Momentum Anlass zur Sorge.
Besonders auffällig: Am vergangenen Freitag bildete sich eine starke "Engulfing"-Kerze im Tageschart, auf die normalerweise eine weitere Aufwärtsbewegung folgen sollte. Die leichten Gewinne der letzten Tage reichten jedoch bei weitem nicht aus, um einen sauberen Ausbruch zu vollziehen. In den vergangenen drei Tagen wurde das Niveau getestet, aber nicht durchbrochen.
Entscheidende Unterstützungszonen
Sollten die Käufer nicht bald aktiv werden, besteht das Risiko, dass Händler aufgrund des nachlassenden Momentums Short-Positionen aufbauen. Auf der Unterseite liegt die erste wichtige Unterstützungszone zwischen 6.900 und 6.935 Punkten. Diese konnte der Index in den letzten Tagen halten. Ein Durchbruch unter diesen Bereich könnte die nächste Unterstützung zwischen 6.771 und 6.815 Punkten aktivieren.
Darunter würde sich das kurzfristige Bild deutlich eintrüben. Als weitere Unterstützungen gelten das Freitagstief bei 6.751 Punkten sowie die Marke von 6.525 Punkten, die bereits im November getestet wurde. Interessanterweise konvergiert dort auch der gleitende 200-Tage-Durchschnitt, was diesen Bereich zu einer sehr wichtigen potenziellen Unterstützung macht.
Dennoch sollten Anleger nicht zu pessimistisch werden. Der Trend bleibt klar bullisch, und die aktuelle Phase könnte lediglich eine Konsolidierung vor dem nächsten Aufwärtsschub sein. Ein deutlicher Ausbruch über die 7.000er-Marke, idealerweise auf Tagesschlusskursbasis, könnte den Weg für neue Rekordhochs ebnen.
Die nächsten Kursziele lägen dann bei 7.043 Punkten (Januar-Hoch) sowie den Fibonacci-Erweiterungsniveaus von 7.122 und 7.223 Punkten. Diese entsprechen 127,2 Prozent beziehungsweise 161,8 Prozent der jüngsten Korrekturbewegung vom Januar-Hoch zum Freitagstief. Die kommenden Tage dürften somit richtungsweisend für die weitere Entwicklung des wichtigsten US-Aktienindex sein.
