Sozialleasing soll Elektroautos erschwinglich machen
Staatliche Förderung für Berufspendler mit geringem und mittlerem Einkommen geplant

Ein neues Fördermodell soll einkommensschwachen Berufspendlern den Zugang zur Elektromobilität erleichtern. Unter dem Stichwort „Sozialleasing“ plant die SPD-Politikerin Isabel Cademartori eine Maßnahme, mit der kleinere Elektrofahrzeuge zu besonders günstigen Konditionen angeboten werden könnten. Ziel sei es, Menschen zu unterstützen, die auf ein Auto angewiesen sind, sich aber bislang kein E-Fahrzeug leisten konnten. Das Modell orientiert sich am französischen Vorbild, wo Menschen mit geringem Einkommen ein kleines E-Auto für drei Jahre leasen können – ohne Anzahlung und zu reduzierten Monatsraten.
Ein Leasingpreis von unter 100 Euro im Monat wäre denkbar, mit der Anfangszahlung, die der Staat übernimmt. Voraussetzung für die Förderung könnte sein, dass das Fahrzeug zum Pendeln zur Arbeit genutzt wird. Die Auswahl an passenden E-Kleinwagen ist derzeit allerdings noch überschaubar. Fahrzeuge mit einem Listenpreis bis 25.000 Euro kämen grundsätzlich in Frage, darunter auch Modelle wie der geplante ID.1 von Volkswagen. Laut Cademartori wäre das Programm ein Signal an die Automobilindustrie, sich stärker dem bislang vernachlässigten Segment der günstigen E-Kleinwagen zuzuwenden.
In Frankreich nahmen 50.000 Haushalte am vergleichbaren Programm teil, was zu einer Fördersumme von rund 600 Millionen Euro führte. In Deutschland könnten laut Studien rund 850.000 Haushalte von einer solchen Maßnahme profitieren. Die Zielgruppe wäre dabei nicht auf Geringverdiener beschränkt, sondern würde auch mittlere Einkommen bis zu 60.000 Euro brutto jährlich umfassen. Die genaue Ausgestaltung der Förderung, insbesondere der monatliche Zuschuss, ist noch offen.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Herkunft der Fahrzeuge. Zwar könne man keine Hersteller bevorzugen, betont Cademartori, doch das französische Modell mit einem sogenannten Umweltscore mache vor, wie es dennoch möglich sei, vor allem Fahrzeuge aus europäischer Produktion zu berücksichtigen. Wichtig sei dabei der Produktionsort und der Transportaufwand. „Wir wollen nicht mit großem Aufwand chinesisch produzierte Fahrzeuge fördern“, stellt die SPD-Politikerin klar.
Für eine baldige Umsetzung des Programms sind jedoch noch einige Hürden zu nehmen. Vor 2027 stehen voraussichtlich keine ausreichenden Haushaltsmittel zur Verfügung. Erst mit dem dann greifenden EU-Klimasozialfonds, gespeist durch Einnahmen aus dem CO₂-Preis, könnten entsprechende Gelder verfügbar sein. Gespräche mit verschiedenen Bundesministerien laufen bereits, auch die Unterstützung mehrerer Ressorts sei vorhanden. Die endgültige Entscheidung über den Start des Sozialleasings steht jedoch noch aus.
