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Software-Aktien im freien Fall: Anleger meiden den Sektor

Der S&P 500 Software-Index verliert sechs Tage in Folge – Investoren zeigen ungewöhnlich wenig Kaufinteresse.

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Software-Aktien im freien Fall: Anleger meiden den Sektor

Der Technologiesektor erlebt einen ungewöhnlichen Ausverkauf: Der S&P 500 Software- und Dienstleistungsindex verlor allein am Dienstag knapp 4 Prozent und gab am Mittwoch weitere 1 Prozent nach. Damit setzt sich die Verlustserie auf sechs aufeinanderfolgende Handelstage fort – der schwerste Rückgang seit 2022, als steigende Zinsen die Branche belasteten.

Besonders auffällig: Anders als bei früheren Marktkorrekturen nutzen Anleger die gefallenen Kurse nicht zum Einstieg. "Im Allgemeinen waren unsere Kunden nicht so eifrig, bei Rückgängen im Softwarebereich zuzugreifen, wie sie es bei Edelmetallen und Halbleitern sind", erklärt Steve Sosnick, Chefstratege bei Interactive Brokers. Die sonst übliche Kaufgelegenheit bei Kursrückgängen bleibt diesmal aus.

Die Zurückhaltung der Investoren markiert einen deutlichen Stimmungswandel. Während in den vergangenen Monaten noch KI-Optimismus die Branche beflügelte, dominieren nun Sorgen vor grundlegenden Verwerfungen im Sektor. Selbst professionelle Händler zeigen sich vorsichtig und positionieren sich defensiv.

Optionsmarkt signalisiert Vorsicht

Auch am Optionsmarkt herrscht Zurückhaltung. "Software wird weiterhin schwer gehandelt, und der Optionsfluss bleibt überwiegend defensiv", berichtet Chris Murphy, Co-Leiter der Derivatstrategie bei Susquehanna Financial. Statt auf steigende Kurse zu setzen, sichern sich Händler gegen weitere Verluste ab.

Besonders deutlich zeigt sich dies bei börsengehandelten Fonds: Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) verlor 3 Prozent, der ARK Innovation ETF (ARKK) brach sogar um fast 7 Prozent ein. "Bei IGV und ARKK haben wir gesehen, dass Händler das Abwärtsrisiko erhöht haben, anstatt mit Kaufinteresse bei Rückgängen einzusteigen", so Murphy.

<a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft als Ausnahme

Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet Microsoft. Obwohl die Aktie seit der Quartalsbilanz am 28. Januar rund 15 Prozent verloren hatte, stieg sie am Mittwoch um etwa 1 Prozent. "Historisch gesehen verhält sich Microsoft wie eine Reversal-Aktie", erklärt Leon Gross, Research Analyst bei S3 Partners.

Allerdings hat sich auch hier das Muster verändert: Das Short-Interesse an Microsoft stieg in der vergangenen Woche um etwa 20 Prozent. Leerverkäufer, die auf fallende Kurse setzen, nutzen die Schwäche zum Aufbau neuer Positionen – ein ungewöhnliches Verhalten für die üblicherweise stabile Microsoft-Aktie.

Die defensive Haltung der Marktteilnehmer deutet darauf hin, dass Anleger von einer längeren Schwächephase im Softwaresektor ausgehen. Ob sich die Stimmung schnell wieder aufhellt oder die Korrektur anhält, bleibt abzuwarten.

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