Snap übertrifft Umsatzprognosen im vierten Quartal deutlich
Aktienrückkauf über 500 Millionen Dollar angekündigt – Nutzerzahlen rückläufig

Die Aktien von Snap, der Muttergesellschaft der beliebten Social-Media-Plattform Snapchat, legten im nachbörslichen Handel am Mittwoch um über 2 Prozent zu. Grund für den Kursanstieg waren die veröffentlichten Quartalszahlen, die die Umsatzerwartungen der Analysten übertrafen. Zusätzlich kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 500 Millionen Dollar an.
Der Umsatz von Snap stieg im vierten Quartal im Jahresvergleich um 10 Prozent. Der Nettogewinn erreichte 45,2 Millionen Dollar – ein beeindruckender Anstieg von fast 400 Prozent gegenüber den 9,1 Millionen Dollar des Vorjahres. Das bereinigte EBITDA lag mit 358 Millionen Dollar deutlich über den von StreetAccount prognostizierten 300 Millionen Dollar.
Für das erste Quartal 2026 erwartet Snap einen Umsatz zwischen 1,50 und 1,53 Milliarden Dollar. Diese Prognose liegt allerdings unter den Analystenschätzungen von 1,55 Milliarden Dollar. Das bereinigte EBITDA soll im laufenden Quartal zwischen 170 und 190 Millionen Dollar erreichen, was im Mittelwert die Erwartungen von 178 Millionen Dollar übertrifft.
Nutzerzahlen unter Druck
Die weltweite Zahl der täglich aktiven Nutzer (DAU) sank im vierten Quartal um 3 Millionen im Quartalsvergleich. Snap führt diesen Rückgang auf eine bewusste Reduzierung der Marketingausgaben zurück, um sich auf profitableres Wachstum zu konzentrieren. In Nordamerika lag die DAU mit 94 Millionen unter den von der Wall Street erwarteten 97 Millionen.
Zusätzlich wirkte sich die neue australische Gesetzgebung zum Mindestalter für soziale Medien aus. Snap implementierte im vierten Quartal Altersverifikationsmaßnahmen, die zur Löschung von etwa 400.000 Konten führten. CEO Evan Spiegel zeigte sich dennoch gelassen bezüglich regulatorischer Herausforderungen, da die Werbeumsätze von Nutzern unter 18 Jahren "nicht wesentlich" seien.
Neue Strategie für AR-Brillen
Snap gründete kürzlich die hundertprozentige Tochtergesellschaft Specs Inc., die sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Augmented-Reality-Brillen konzentriert. Laut Spiegel sprechen die AR-Brillen ein anderes Zielgruppensegment an als Snapchat, weshalb eine eigenständige Markenidentität wichtig sei. Der CEO schloss nicht aus, für diese Sparte zusätzliches externes Kapital aufzunehmen, betonte jedoch die Notwendigkeit, potenzielle Verwässerungen sorgfältig abzuwägen.
