Snap baut 16 Prozent der Stellen ab – Aktie springt sieben Prozent
Snap streicht rund 1.000 Jobs und begründet den Schritt mit KI-gestützter Effizienzsteigerung – die Börse reagiert positiv.

Die Aktie von Snap legte am Mittwoch um rund 7% zu, nachdem der Snapchat-Mutterkonzern einen massiven Stellenabbau angekündigt hatte. Das Unternehmen plant, bis zu 16% seiner weltweiten Belegschaft zu entlassen – das entspricht etwa 1.000 Mitarbeitern. Zusätzlich sollen mindestens 300 offene Stellen gestrichen werden.
CEO Evan Spiegel informierte die Belegschaft in einem Brief über die Maßnahmen. Als zentralen Grund nannte er Effizienzgewinne durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Snap will Ressourcen gezielt auf vorrangige Initiativen umverteilen und dabei die Nettorentabilität des Unternehmens steigern.
Druck von allen Seiten
In einer Präsentation vor Investoren räumte Snap ein, gleichzeitig von zwei Seiten unter Druck zu stehen: Einerseits konkurriert das Unternehmen mit großen Plattformkonzernen, die über deutlich mehr Ressourcen verfügen. Andererseits fordern agile Start-ups Snap im Wettbewerb heraus. Die Antwort des Unternehmens auf diesen Druck ist eine sogenannte „KI-gestützte Transformation".
Konkret plant Snap, Aufgaben an kleinere, hochfokussierte Teams zu übertragen und gleichzeitig den Einsatz von KI-Agenten massiv auszubauen. Das Unternehmen berichtete, dass KI-Agenten bereits über 65% des neuen Programmcodes generieren und monatlich mehr als eine Million Anfragen beantworten. Diese Zahlen unterstreichen, wie weit die KI-Integration bei Snap bereits fortgeschritten ist.
Kosten und Einsparungen im Überblick
Die Restrukturierungskosten für das zweite Quartal beziffert Snap auf rund 95 bis 130 Millionen US-Dollar. Der gesamte Entlassungsprozess wird sich voraussichtlich bis ins dritte Quartal und darüber hinaus erstrecken, da lokale gesetzliche Anforderungen in den verschiedenen Ländern berücksichtigt werden müssen.
Langfristig soll sich der Stellenabbau jedoch deutlich auszahlen: Spiegel zufolge wird die jährliche Kostenbasis des Unternehmens bis zur zweiten Jahreshälfte 2026 um mehr als 500 Millionen US-Dollar sinken. Das ist eine erhebliche Entlastung für ein Unternehmen, das seit Jahren mit dem Weg in die nachhaltige Profitabilität kämpft.
Für das erste Quartal 2026 prognostiziert Snap einen Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 12% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dieses Wachstum dürfte Investoren zusätzlich Zuversicht gegeben haben.
Abfindungen und Homeoffice-Anweisung
Betroffene US-Mitarbeiter wurden per E-Mail über die nächsten Schritte informiert. Das Abfindungspaket umfasst vier Monatsgehälter, Krankenversicherungsschutz, die Zuteilung von Aktienoptionen sowie Unterstützung beim Karrierewechsel. Das nordamerikanische Team wurde zudem gebeten, während des Prozesses im Homeoffice zu arbeiten.
Der Stellenabbau bei Snap reiht sich in einen breiteren Trend ein: Zahlreiche Technologieunternehmen weltweit nutzen den Ausbau von KI-Kapazitäten als Argument, um Personalkosten zu senken und Strukturen zu verschlanken. Für Anleger war die Kombination aus Kostendisziplin, konkreten Einsparzielen und einem soliden Umsatzausblick offenbar überzeugend genug, um die Aktie deutlich nach oben zu treiben.
