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Skimpflation: Wenn Lebensmittelqualität leidet

Versteckte Preiserhöhungen und mindere Inhaltsstoffe belasten Verbraucher und gefährden Vertrauen in Marken

2 Min
Skimpflation: Wenn Lebensmittelqualität leidet

Immer häufiger stoßen Verbraucher auf verdorbene Rezepte in Lebensmitteln, die mit verlockenden Versprechungen auf dem Etikett beworben werden. Ein Blick ins Kleingedruckte offenbart die Wahrheit. Nehmen wir als Beispiel die Granini Selection Mango-Flasche. Früher hieß es „mindestens 30 Prozent Fruchtanteil“, heute heißt es nur noch „24 Prozent Fruchtanteil“. Der Hersteller Eckes-Granini ersetzte stillschweigend das teure Mangomark und den Zitronensaft durch günstigere Aromen und Zitronensäure. Und der Preis? Es ist überhaupt nicht gesunken.

Eckes-Granini verteidigt diese Entscheidung und spricht von „Rezeptoptimierung“. Sie behaupten, den Fruchtanteil reduziert und Aromen hinzugefügt zu haben, um den Geschmack zu bewahren. Ziel ist es, den Zuckeranteil zu reduzieren, obwohl das Produkt ihn noch enthält. Doch die Verbraucherzentrale Hamburg bleibt skeptisch und bezeichnet solche Maßnahmen als „Täuschung zum Nachteil der Verbraucher“.

Die Verbraucherschutzorganisation hat mehrere Beispiele für diese als „Skimpflation“ bezeichnete Praxis gesammelt. Dieser Begriff leitet sich vom englischen Wort „skimp“ ab, was „sparen“ bedeutet. Unternehmen wie Nestlé haben beispielsweise in ihren Cini Minis-Frühstücksflocken Sonnenblumenöl durch günstigeres Palmöl ersetzt. Als Grund nennen sie kriegsbedingte Engpässe bei der Versorgung mit Sonnenblumenöl. Allerdings enthält das Produkt nun einen höheren Anteil an gesättigten Fettsäuren, die als ungesund gelten.

Verbraucherschützer kritisieren diese Entscheidung und verweisen darauf, dass Sonnenblumenöl wieder in ausreichender Menge verfügbar sei. Trotzdem wird immer noch Palmöl verwendet, obwohl Nestlé plant, die Rezeptur später zu ändern. Erhöhte Produktionskosten durch die Pandemie, den Ukraine-Russland-Konflikt und den Klimawandel führen zu Preiserhöhungen, die die Inflation anheizen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Lebensmittelausgaben im Oktober um 31 Prozent über dem Jahresdurchschnitt 2020.

Um diese Preiserhöhungen zu vermeiden, wenden viele Hersteller unterschiedliche Taktiken an. Durch „Skimpflation“ und kleinere Packungen wird zudem an der Qualität der Zutaten gespart. Dies betrifft auch Eigenmarken, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Ein Beispiel ist das Vanilleeis der Edeka-Eigenmarke „Gut & Günstig“, das jetzt günstigeres Kokosfett statt Schlagsahne enthält. Edeka begründet dies mit steigenden Milchpreisen und dem geringeren CO2-Fußabdruck von Pflanzenfett im Vergleich zu Milchfett.

Auch Rewe steht wegen ähnlicher Aktionen in der Kritik. Bei den gefrorenen Kartoffelpuffern der Eigenmarke Ja wurde der Kartoffelanteil von 91 auf 79 Prozent reduziert und mehr Wasser hinzugefügt. Rewe gibt an, die Rezeptur nicht geändert zu haben, da beide Varianten von unterschiedlichen Lieferanten stammten. Aber die Produkte werden unter der gleichen Marke und zum gleichen Preis verkauft.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Verbraucher sich auf dauerhaft kleinere Verpackungen und schlechtere Zutatenqualität einstellen müssen. Während es bei einigen Produkten zu Preiserhöhungen kam, sind Änderungen in der Packungsgröße und Qualität oft dauerhaft. Das bedeutet, dass Verbraucher mehr bezahlen, aber weniger bekommen. Einige Hersteller gehen noch einen Schritt weiter, indem sie billigere Zutaten verwenden und den Inhalt reduzieren, um ihre Margen zu verbessern.

Deshalb empfiehlt es sich, beim Lebensmittelkauf auf die Inhaltsstoffe zu achten und sich nicht von verlockenden Etiketten täuschen zu lassen. Die Verbraucherzentrale fordert außerdem eine klarere Kennzeichnung von Änderungen der Gewichtsanteile einzelner Inhaltsstoffe auf der Verpackung, um die Transparenz für Verbraucher zu erhöhen.

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