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SK Hynix verdrängt Samsung als wertvollstes Unternehmen Südkoreas

Der KI-Boom katapultiert den Chiphersteller SK Hynix an die Spitze der südkoreanischen Börse – erstmals seit dem Jahr 2000.

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SK Hynix verdrängt Samsung als wertvollstes Unternehmen Südkoreas

In einem historischen Wendepunkt für die südkoreanische Wirtschaft hat der Chiphersteller SK Hynix den langjährigen Marktführer Samsung Electronics überholt. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 2.082,5 Billionen Won – umgerechnet etwa 1,35 Billionen US-Dollar – ist SK Hynix nun das wertvollste börsennotierte Unternehmen des Landes. Samsung Electronics hatte diese Spitzenposition seit dem Jahr 2000 ununterbrochen gehalten.

Samsung selbst weist darauf hin, dass bei Einbeziehung von Vorzugsaktien die eigene Marktkapitalisierung bei rund 2.252 Billionen Won läge. Dennoch markiert der Wechsel an der Spitze einen bedeutenden Einschnitt in der Geschichte der koreanischen Wirtschaft – und ein klares Signal für die veränderten Kräfteverhältnisse in der globalen Halbleiterindustrie.

Der KI-Boom als Treiber

Der Aufstieg von SK Hynix ist untrennbar mit dem weltweiten Boom der Künstlichen Intelligenz verbunden. Das Unternehmen hat sich als dominanter Lieferant von sogenannten High-Bandwidth Memory-Chips (HBM) etabliert – hochspezialisierte Speicherbausteine, die für KI-Prozessoren von Unternehmen wie Nvidia und Google unverzichtbar sind. SK Hynix hält in diesem Segment einen Marktanteil von beeindruckenden 61 Prozent. Samsung kommt lediglich auf 17 Prozent, der US-Konkurrent Micron auf 21 Prozent.

Während herkömmliche Speicherchips lange als austauschbare Massenware galten, haben sich HBM-Chips zu kritischen Kernkomponenten für KI-Anwendungen wie ChatGPT entwickelt. Analyst Kim Sunwoo von Meritz Securities betont, dass die maßgeschneiderte KI-Speichertechnologie die ökonomischen Grundlagen der Branche fundamental verändert hat. Wer in diesem Segment führt, bestimmt künftig maßgeblich die Wertschöpfung im gesamten Halbleitersektor.

Vom Beinahe-Bankrott zur Marktführerschaft

Der Erfolg von SK Hynix ist umso bemerkenswerter, wenn man die jüngere Geschichte des Unternehmens betrachtet. Noch im Jahr 2002 stand das damalige Hynix Semiconductor kurz vor dem Bankrott und einer möglichen Übernahme durch den US-Konkurrenten Micron. Eine aggressive Expansionsstrategie hatte das Unternehmen in eine erdrückende Schuldenlast getrieben. Im Jahr 2003 notierte die Aktie bei gerade einmal 135 Won – ein klassischer Penny Stock.

Erst die Übernahme durch die SK Group und die strategische Neuausrichtung unter Konzernchef Chey Tae-won ermöglichten den Wandel vom reinen Commodity-Hersteller zum unverzichtbaren Technologieanbieter. Auch während der schweren Branchenkrise im Jahr 2023, als SK Hynix noch einen operativen Verlust von 7,73 Billionen Won verzeichnete, hielt das Unternehmen konsequent an seinen Investitionen in HBM-Technologie fest. Diese Entscheidung zahlt sich nun aus: Im Jahr 2024 erzielte SK Hynix einen Rekordgewinn von 23,5 Billionen Won. Die Aktie legte im laufenden Jahr um über 340 Prozent zu.

Wettbewerb zwischen den Giganten verschärft sich

Der Konkurrenzkampf zwischen SK Hynix und Samsung dürfte sich in den kommenden Jahren weiter intensivieren. Samsung ist als breit aufgestellter Konzern auch in der Produktion von Logik-Chips und Unterhaltungselektronik aktiv, während SK Hynix seinen Fokus stärker auf den Speichersektor konzentriert. Die Bank of America prognostiziert, dass SK Hynix seine DRAM-Produktionskapazitäten bis 2028 deutlich schneller ausbauen wird als Samsung – der Produktionsabstand zwischen beiden Unternehmen könnte dadurch auf unter 10 Prozent schrumpfen.

Um seine globale Präsenz weiter zu stärken, plant SK Hynix zudem einen Börsengang in den USA. Laut Medienberichten gilt die Nasdaq als bevorzugter Handelsplatz. Für internationale Investoren – darunter auch deutsche Anleger – könnte dies den Zugang zu einem der spannendsten Halbleiterunternehmen der Welt deutlich erleichtern.

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