SK Hynix übertrifft Gewinnerwartungen und kündigt 75 Mrd. Dollar Rendite an
Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller meldet Rekordzahlen für das dritte Quartal und will Aktionären 100 Billionen Won zurückgeben.

SK Hynix hat am Mittwoch einen deutlich über den Erwartungen liegenden operativen Gewinn für das dritte Quartal vorgelegt. Der südkoreanische Speicherchip-Hersteller kündigte zugleich an, Aktionären in diesem Jahr insgesamt 100 Billionen Won zurückzugeben – umgerechnet 75,5 Milliarden US-Dollar. Die Aktie des Unternehmens stieg im Handel in Seoul um fast 8% auf 1.446.000 Won.
Der operative Gewinn für die drei Monate bis zum 30. September kletterte im Jahresvergleich um 632% auf 83,33 Billionen Won. Damit übertraf SK Hynix die Schätzungen von Bloomberg von 77,5 Billionen Won deutlich. Der Umsatz stieg um 328% auf einen Rekordwert von 104,615 Billionen Won, der Nettogewinn um 216% auf 39,78 Billionen Won, wie der Chip-Hersteller in einer Erklärung mitteilte.
SK Hynix gehört zu den größten Speicherchip-Herstellern der Welt und zählt zu den großen Gewinnern des Booms rund um künstliche Intelligenz. Das Unternehmen profitiert von der anhaltenden Nachfrage nach Speicherchips für KI-Server und Hochleistungsprozessoren.
Die Details
Die angekündigten Aktionärsrenditen von 100 Billionen Won setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Vorgesehen sind Bardividenden von mindestens 30 Billionen Won sowie Aktienrückkäufe und -streichungen von mindestens 60 Billionen Won. In den Rückkäufen enthalten ist der bereits im August angekündigte und in der vergangenen Woche abgeschlossene Rückkauf von 40 Billionen Won.
SK Hynix bekräftigte zudem sein Versprechen, mindestens 50% des freien Cashflows an die Aktionäre auszuschütten. Darüber hinaus will das Unternehmen die meisten Gewinne aus seiner Beteiligung am japanischen Speicherchip-Hersteller Kioxia Holdings (TYO: 285A) an die Aktionäre weitergeben. Das entspricht einer Sonderdividende von 10.000 Won für das dritte Quartal.
Konkret kündigte SK Hynix eine Quartals-Bardividende von 14 Billionen Won beziehungsweise 20.000 Won pro Aktie an – einschließlich der Kioxia-Ausschüttung. Hinzu kommt ein Aktienrückkauf in Höhe von 20 Billionen Won.
Mit Blick auf die zunehmende, überproportionale Nachfrage durch die künstliche Intelligenz geht das Unternehmen davon aus, dass der Mangel an Speicherchips bis ins Jahr 2030 anhalten wird. Man plane, die Produktionskapazitäten sowohl für konventionelle Speicher für KI-Server als auch für High-Bandwidth-Speicher (HBM) für fortschrittliche Prozessoren auszubauen.
SK Hynix gab an, langfristige Vereinbarungen mit 14 wichtigen Kunden abgeschlossen zu haben. Diese decken mehr als 50% der gesamten Produktionskapazität für die Jahre 2027 und 2028 ab. Zusammen mit den Konkurrenten Samsung Electronics und Micron repräsentierte SK Hynix Mitte 2026 rund 95% der globalen DRAM-Produktion. Laut Counterpoint Research ist das Unternehmen ein wichtiger Lieferant für Nvidia und kontrolliert zwischen 50% und 58% der globalen HBM-Versorgung.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 28.01.2026 berichtete aktien.news, dass SK Hynix für das Geschäftsjahr 2025 einen Rekordgewinn gemeldet und sein operatives Ergebnis mehr als verdoppelt hatte. Die Aktie legte damals um 5% zu. Der Jahresumsatz kletterte auf 97,1 Billionen Won (etwa 68 Milliarden Euro), ein Plus von fast 50% gegenüber dem Vorjahr; der operative Gewinn schnellte auf 47,2 Billionen Won hoch.
Am selben Tag meldete aktien.news zudem, dass SK Hynix im vierten Quartal 2024 einen Rekordgewinn erzielt und die Analystenerwartungen deutlich übertroffen hatte. Der Betriebsgewinn kletterte um 137 Prozent auf umgerechnet 13,5 Milliarden US-Dollar. Die Ankündigung der größten Aktienrückkauf-Aktion in der Unternehmensgeschichte ließ die Aktie im nachbörslichen Handel um 9 Prozent steigen.
Am 25.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktie von SK Hynix ein Rekordhoch erreicht und dabei mehr als 15% zugelegt hatte. Sie kletterte auf 2.987.000 Won und gehörte damit zu den stärksten Werten im KOSPI-Index, der seinerseits um über 6% zulegte. Ausgelöst wurde die Rally unter anderem durch glänzende Quartalszahlen des US-Konkurrenten Micron und die Ankündigung von SK Hynix, bis zu 29 Milliarden US-Dollar durch die Notierung von American Depositary Receipts einzunehmen.
Am 29.07.2026 berichtete aktien.news, dass SK Hynix im zweiten Quartal 2026 die Umsatzerwartungen der Analysten verfehlt hatte, während der Nettogewinn die Prognosen übertraf. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 257 Prozent auf 79,3 Billionen Won, was umgerechnet rund 54,4 Milliarden US-Dollar entspricht.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist SK Hynix vor allem über die American Depositary Receipts (ADRs) zugänglich, die das Unternehmen noch in diesem Jahr bei einem umfangreichen Börsengang notierte. Diese ADRs stiegen im Nachbörsehandel um 4%. Auch die Konkurrenz reagierte: Micron legte um 3% zu, Samsung Electronics sprang um 8%.
Die Kombination aus Rekordzahlen und einem umfangreichen Ausschüttungsprogramm macht die Aktie für renditeorientierte Anleger interessant. Gleichzeitig bleibt das Geschäft stark von der Entwicklung der KI-Nachfrage abhängig. Die hohe Konzentration des DRAM-Marktes auf wenige Anbieter und die dominante Stellung von SK Hynix bei HBM sind zentrale Faktoren für die künftige Gewinnentwicklung.
Anleger sollten beachten, dass die genannten Beträge in koreanischen Won angegeben sind und Währungsschwankungen die Rendite beeinflussen können. Die im Quelltext genannten Zahlen beziehen sich auf das dritte Quartal und das laufende Jahr.
Ausblick
SK Hynix erwartet, dass der Mangel an Speicherchips bis ins Jahr 2030 anhalten wird. Das Unternehmen plant, die Produktionskapazitäten für konventionelle Speicher für KI-Server und für High-Bandwidth-Speicher auszubauen. Die langfristigen Vereinbarungen mit 14 wichtigen Kunden decken mehr als 50% der gesamten Produktionskapazität für 2027 und 2028 ab. Zudem will SK Hynix mindestens 50% des freien Cashflows an die Aktionäre ausschütten.
Kurz erklärt
- Operativer Gewinn: Gewinn aus dem laufenden Geschäft vor Zinsen und Steuern.
- Freier Cashflow: Geld, das einem Unternehmen nach Abzug der Investitionen aus dem Betrieb bleibt.
- HBM: Spezialisierter Speicher mit hoher Bandbreite für KI-Prozessoren.
- ADR: Hinterlegungsschein, der Aktien ausländischer Unternehmen an US-Börsen handelbar macht.
