Silvesterfeuerwerke: Branche erwartet hohen Umsatz trotz Verbotszonen
Einschränkungen und Umweltbewusstsein prägen das diesjährige Feuerwerksgeschäft in Deutschland

Nachdem Silvesterfeuerwerke in den Jahren 2020 und 2021 aufgrund der anhaltenden Pandemie verboten waren, freut sich die Feuerwerksbranche auf eine erneute Steigerung des Umsatzes zum Jahreswechsel 2023. Der Verband der pyrotechnischen Industrie geht davon aus, dass die Nachfrage nach Silvester-Raketen, Knallern und Böllern ähnlich hoch sein wird wie im Vorjahr. Obwohl viele Städte und Gemeinden Verbotszonen für das Böllern eingerichtet haben, rechnet die Branche mit einer starken Resonanz.
Im Jahr 2022 haben die Menschen in Deutschland beeindruckende 180 Millionen Euro für Feuerwerksartikel ausgegeben, was einen Rekordumsatz für die Pyrotechnik-Branche bedeutete. Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbands, betonte, dass die hohe Nachfrage auf einen deutlichen Nachholbedarf hinweise. Die Verbote in den Jahren zuvor haben offensichtlich dazu geführt, dass die Begeisterung für Feuerwerke ungebrochen ist. Trotz der Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie ist die Branche optimistisch und erwartet eine ähnliche Nachfrage in diesem Jahr.
Allerdings haben viele Städte und Gemeinden in Deutschland Maßnahmen ergriffen, um das Böllern in bestimmten Bereichen einzuschränken. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa werden in einigen größeren Städten, darunter Berlin, Hamburg, München und andere, Verbotszonen für das Böllern eingerichtet. Diese Zonen sollen nicht nur die Feiernden schützen, sondern auch Gebäude und Infrastruktur vor Bränden durch verirrte Böller bewahren.
Es ist wichtig zu beachten, dass unabhängig von Silvester das Zünden von Pyrotechnik das ganze Jahr über in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern gesetzlich verboten ist. Dieses bundesweite Verbot soll sowohl Umweltbelastungen als auch Gesundheitsrisiken und Lärmbelästigungen reduzieren.
Ein weiterer Schwerpunkt der Feuerwerksbranche ist die Reduzierung des Plastikanteils in ihren Produkten. Raketen-Spitzkappen, Standfüße und Zündschnurabdeckungen, die zuvor aus Plastik hergestellt wurden, werden zunehmend durch umweltfreundlichere Materialien wie Pappe und Pflanzenfasern ersetzt. Dieser Schritt soll dazu beitragen, Hunderte Tonnen Müll einzusparen und die Umweltauswirkungen von Feuerwerksartikeln zu verringern.
