Signify stoppt Aktienrückkäufe und setzt neue Finanzziele bis 2029
Der weltgrößte Leuchtmittelhersteller präsentierte auf seinem Capital Markets Day mittelfristige Ziele für Umsatz, Marge und Cashflow.

Der niederländische Lichtkonzern Signify hat am Dienstag auf seinem Capital Markets Day weitreichende strategische und finanzielle Weichenstellungen bekanntgegeben. Das Unternehmen erklärte, das für 2025 angekündigte Aktienrückkaufprogramm nicht wieder aufnehmen zu wollen. Künftige Rückkäufe seien abhängig von der finanziellen Performance, dem Kapitalbedarf und den Marktbedingungen.
Gleichzeitig stellte Signify seine mittelfristigen Finanzziele für den Zeitraum bis 2029 vor. Der weltweit größte Leuchtmittelhersteller peilt ein vergleichbares Umsatzwachstum von 0 bis 1 Prozent an. Die bereinigte EBITA-Marge soll auf rund 10 Prozent steigen, während der Free Cashflow 7 bis 8 Prozent des Umsatzes erreichen soll.
Neue Dividendenpolitik ab 2026
Auch die Dividendenpolitik wurde überarbeitet. Signify kündigte an, eine jährliche Bardividende mit einer Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent des Nettoergebnisses aus fortgeführten Geschäftsbereichen zu zahlen. Aktionäre können laut Unternehmensangaben damit rechnen, dass für das Geschäftsjahr 2026 eine neu ausbalancierte Dividende je Aktie vorgeschlagen wird.
Die angestrebte Margenausweitung soll durch drei Hebel erreicht werden: reduzierte indirekte Kosten, eine widerstandsfähige Bruttomarge sowie ein verbessertes Performance-Management in neu definierten Leistungsbereichen. Der Free Cashflow soll durch gezielte Rentabilitätsverbesserungen, Disziplin beim Working Capital und einen anhaltenden Fokus auf die Cash-Conversion gestützt werden.
Portfoliostrategie: „Build or Harvest"
Ein zentrales Element der neuen Strategie ist das Portfoliokonzept „Build or Harvest", das sechs Bereiche umfasst. In die sogenannten „Build"-Bereiche sollen Investitionen fließen. Dazu zählen:
- Vernetzte Beleuchtung
- Das Konsumentengeschäft
- Ausgewählte Profi-Segmente
- Eine fokussiertere geografische Präsenz
Die „Harvest"-Bereiche hingegen sollen im Hinblick auf Performance und Umsatz optimiert werden. Hierzu gehören nicht vernetzte LED-Lampen, konventionelle Leuchtmittel und stärker standardisierte Aktivitäten.
Signify beschreibt drei Strategien für seine Leistungsbereiche: die Maximierung des operativen Hebels in Wachstumsbereichen, die Sanierung von EBITA-verwässernden Bereichen sowie die Aufrechterhaltung einer hohen Profitabilität in wachstumsschwachen oder rückläufigen Geschäftsfeldern. Damit verfolgt das Unternehmen einen differenzierten Ansatz, der profitable Segmente stärkt und schwächere Bereiche gezielt restrukturiert.
Kapitalstruktur und Investment-Grade-Rating im Fokus
Der Rahmen für die Kapitalallokation sieht zudem vor, eine Kapitalstruktur beizubehalten, die ein Investment-Grade-Rating unterstützt. Parallel dazu will Signify weiterhin in organisches und anorganisches Wachstum investieren. Das Unternehmen signalisiert damit, trotz des Verzichts auf Aktienrückkäufe handlungsfähig zu bleiben und strategische Akquisitionen nicht auszuschließen.
Signify ist als ehemaliger Philips-Beleuchtungsarm seit 2016 eigenständig an der Börse notiert und gilt als globaler Marktführer im Bereich Beleuchtungslösungen. Die vorgestellten Mittelfristziele geben Investoren nun einen klaren Orientierungsrahmen für die kommenden Jahre bis 2029.
