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Siemens Energy auf Rekordhoch: KI-Boom befeuert Netztechnik-Sparte

Starke Quartalszahlen und angehobene Jahresprognose treiben die Aktie auf ein neues Allzeithoch von 191,66 Euro.

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Siemens Energy auf Rekordhoch: KI-Boom befeuert Netztechnik-Sparte

Die Aktie von Siemens Energy hat im DAX heute für Aufsehen gesorgt. Starke Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal katapultierten das Papier auf ein neues Rekordhoch von 191,66 Euro – ein Kursanstieg, der den Energietechnikkonzern aus München einmal mehr in den Mittelpunkt des deutschen Leitindex rückt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit bereits mehr als 50 Prozent zugelegt und ist damit der stärkste DAX-Wert des laufenden Jahres.

Haupttreiber des Erfolgs ist die Netztechnik-Sparte Grid Technologies. Der weltweite Bau von Rechenzentren – angetrieben durch den anhaltenden KI-Boom – sorgt für einen enormen Energiebedarf, den Siemens Energy mit seinen Komponenten bedient. Zu Jahresbeginn verzeichnete der Konzern hier unerwartet viele neue Aufträge, was die Auftragsbücher prall gefüllt hat.

Prognose deutlich angehoben

Auf Basis dieser Dynamik hat Siemens Energy die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 spürbar nach oben korrigiert. Der erwartete Nettogewinn steigt auf vier Milliarden Euro – zuvor lag die Spanne noch bei drei bis vier Milliarden Euro. Beim Umsatz rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten Wachstum von 14 bis 16 Prozent, nachdem bislang maximal 13 Prozent angepeilt worden waren.

Auch die Profitabilität entwickelt sich besser als erwartet: Die Umsatzrendite soll auf zehn bis zwölf Prozent steigen. Allein die Netztechnik-Sparte Grid Technologies peilt nach der Auftragsflut des abgelaufenen Quartals ein Umsatzplus von 25 bis 27 Prozent an – ein beeindruckender Wert, der die Bedeutung des KI-getriebenen Infrastrukturbooms für Siemens Energy unterstreicht.

Im zweiten Quartal schnellte der Auftragseingang des Gesamtkonzerns gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent auf 17,75 Milliarden Euro nach oben – auch hier lagen Analysten mit ihren Schätzungen deutlich darunter. Neben der Netztechnik ragte dabei auch die Gas-Sparte beim Auftragseingang heraus.

Siemens Gamesa auf Erholungskurs

Positiv überrascht hat auch die Windenergie-Tochter Siemens Gamesa. Das spanische Unternehmen, das Siemens Energy 2017 übernommen hatte und jahrelang für erhebliche Verluste gesorgt hatte, zeigt nach dem abgeschlossenen Konzernumbau deutliche Fortschritte. Der Verlust der Sparte schrumpfte von Januar bis März auf 44 Millionen Euro – im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Gamesa noch einen Verlust von 249 Millionen Euro verbucht. Analysten hatten eine derart starke Verbesserung nicht erwartet.

Der Umsatz bei Gamesa soll nun um bis zu fünf Prozent wachsen, nachdem der Vorstand zuvor lediglich ein Plus von maximal drei Prozent in Aussicht gestellt hatte. Das erklärte Ziel bleibt laut Siemens Energy eine „schwarze Null" – die Windenergie-Tochter ist also noch nicht vollständig aus dem Schneider.

Gemischtes Bild beim Quartalsergebnis

Trotz der positiven Signale lieferte Siemens Energy beim Quartalsergebnis kein rundum überzeugendes Bild. Der Umsatz stieg von Januar bis März zwar um knapp zehn Prozent auf 10,29 Milliarden Euro, blieb damit aber rund eine halbe Milliarde Euro hinter den Analystenerwartungen zurück. Auch das operative Ergebnis vor Sondereffekten sowie der Nettogewinn verfehlten die Prognosen.

Unter dem Strich wies der Gesamtkonzern einen Quartalsgewinn von 835 Millionen Euro aus. Analysten hatten im Schnitt mehr als 900 Millionen Euro erwartet. Sowohl die Netztechnik- als auch die Gas-Sparte blieben beim Gewinn hinter den Erwartungen zurück – trotz starker Auftragseingänge.

DAX profitiert von Siemens Energy und SAP

Als drittwertvollstes Unternehmen im DAX hat Siemens Energy erheblichen Einfluss auf den Leitindex. Gemeinsam mit SAP, das ebenfalls überzeugende Quartalszahlen vorgelegt hatte, stützte Siemens Energy den deutschen Leitindex spürbar. Der DAX drehte im Handelsverlauf ins Plus – auch begünstigt durch nachgebende Ölpreise. Damit wäre nach vier Verlusttagen in Folge eine Trendwende gelungen; am Vortag hatte der DAX noch 0,16 Prozent tiefer geschlossen.

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