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Shortseller setzen auf fallende Quantencomputer-Aktien

Verluste, Chancen und Risiken in einem spekulativen Technologiesektor

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Shortseller setzen auf fallende Quantencomputer-Aktien

Shortseller haben im vergangenen Jahr erhebliche Verluste durch ihre Wetten gegen Quantencomputer-Aktien erlitten. Diese Unternehmen hatten 2024 einen starken Kursanstieg erlebt, da Quantencomputer als revolutionäre Technologie gelten, die besonders komplexe mathematische Probleme schneller als herkömmliche Rechner lösen können. Aktien von Firmen wie IonQ, Rigetti Computing und D-Wave Quantum stiegen teilweise um mehrere Hundert Prozent, angetrieben von Hoffnungen auf technologische Durchbrüche. Doch diese Euphorie hat sich zu Beginn des Jahres 2025 merklich abgekühlt.

Der Stimmungswandel begann, als Nvidia-Chef Jensen Huang auf dem Analystentag seines Unternehmens erklärte, dass praktisch nützliche Quantencomputer noch viele Jahre entfernt seien. Er sprach davon, dass ein Zeithorizont von 15 Jahren wohl realistisch sei. Diese Prognose führte zu erheblichen Kursverlusten bei den Quantencomputing-Aktien und gab Shortsellern die Gelegenheit, von dem Abwärtstrend zu profitieren.

Shortseller leihen sich Aktien, verkaufen diese sofort und hoffen darauf, die Papiere zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zurückkaufen zu können. Nach Berechnungen des Finanzdienstleisters S3 Partners belaufen sich die aktuellen Short-Wetten auf Quantencomputing-Aktien auf 1,8 Milliarden Dollar. Dies entspricht rund 18 Prozent der frei handelbaren Aktien in diesem Bereich und übersteigt den Durchschnitt der US-Aktien um ein Vielfaches.

Während Shortseller im Jahr 2024 noch Verluste in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar verzeichneten, haben sie durch die jüngsten Kursrückgänge bereits 760 Millionen Dollar zurückgewinnen können. Dennoch verbleiben sie mit einem Minus von 1,3 Milliarden Dollar. Das Risiko eines sogenannten „Short-Squeeze“, bei dem steigende Kurse die Shortseller zwingen könnten, ihre Positionen aufzulösen, ist jedoch aufgrund der aktuellen Marktsituation gesunken. Der von S3 berechnete „Squeeze-Score“ fiel von einem Höchstwert von 89 im Vorjahr auf 28.

Allerdings stoßen Shortseller zunehmend auf Schwierigkeiten, da die verfügbare Menge an ausleihbaren Aktien begrenzt ist. Bei Titeln wie Rigetti und D-Wave Quantum sind noch jeweils über zwei Millionen Aktien verfügbar, allerdings steigen die Leihgebühren mit zunehmender Nachfrage. Diese liegen aktuell bei sieben bis acht Prozent, könnten jedoch bei anhaltender Nachfrage über 50 Prozent steigen, was Short-Wetten unattraktiver machen würde.

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich derzeit auf IonQ, wo laut S3 noch über 22 Millionen Aktien verfügbar sind. Sollten die Kurse weiter fallen, könnten Shortseller verstärkt auf diese Aktie setzen. Der Sektor bleibt damit sowohl für Anleger als auch für Shortseller eine risikoreiche, aber potenziell profitable Herausforderung.

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