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Shortseller beeinflussen Morphosys-Aktie: Kursmanipulation und ihre Auswirkungen

Hedgefonds spielen eine entscheidende Rolle bei Kursbewegungen, während Anleger auf Hoffnungsträger setzen und Gewinnmitnahmen folgen

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Shortseller beeinflussen Morphosys-Aktie: Kursmanipulation und ihre Auswirkungen

Die Aktie des deutschen Biopharma-Unternehmens Morphosys erlebte am Dienstag einen bemerkenswerten Anstieg und erreichte den höchsten Stand seit November 2021. Das Plus betrug 12,7 Prozent und ließ die Aktie auf 38 Euro steigen. Was diese Kursbewegung besonders auffällig macht, ist das Fehlen jeglicher Unternehmensnachrichten oder Analystenkommentare, die normalerweise solche Veränderungen auslösen würden.

Eine plausible Erklärung für diesen Kursanstieg könnte die Rolle von Hedgefonds sein, die bereits in der Vergangenheit Einfluss auf die Kursentwicklung von Morphosys hatten. Eine Analyse von Daten aus dem Bundesanzeiger, durchgeführt vom Handelsblatt, legt nahe, dass Shortseller seit über einem Jahr die Kurse des SDax-Unternehmens signifikant beeinflussen.

Normalerweise setzen Shortseller auf fallende Kurse. Sie leihen Aktien von institutionellen Investoren, verkaufen sie sofort und hoffen darauf, sie später zu einem günstigeren Preis zurückkaufen zu können. Die Differenz zwischen Verkaufspreis und Rückkaufpreis stellt ihren Gewinn dar, abzüglich der Leihgebühr. Steigt jedoch der Aktienkurs, erleiden Shortseller Verluste und müssen ihre Positionen durch sogenannte Deckungskäufe schließen.

Die Einflussnahme von Shortsellern auf die Kurse kann in zwei Richtungen erfolgen: Sie können Kurse nach unten drücken, wenn sie Short-Positionen eröffnen oder ausbauen, und nach oben treiben, wenn sie ihre Wetten schließen. Im Fall von Morphosys hat beides im Jahr 2023 mehrmals stattgefunden.

Zu Beginn des Jahres 2023 erreichte der Anteil der geshorteten Morphosys-Aktien laut Bundesanzeiger in der Spitze 10,38 Prozent. Dies entspricht etwa 3,8 Millionen Aktien, basierend auf Daten des Finanzdienstes Refinitiv. Es ist anzumerken, dass dieser Wert wahrscheinlich höher lag, da Hedgefonds ihre Short-Positionen erst melden müssen, wenn sie mindestens 0,5 Prozent des frei handelbaren Aktienbestands geshortet haben.

Die Shortseller setzten also auf fallende Kurse, insbesondere nachdem Morphosys 2020 zuletzt einen Nettogewinn verzeichnet hatte und die Aktie zuvor um 86 Prozent gefallen war. Doch im Jahr 2023 stieg der Kurs, unter anderem aufgrund positiver Studiendaten des Blutkrebsmedikaments Pelabresib und der Vertreibung von Shortsellern aus dem Markt.

Bis zum 2. August 2023 sank die Shortquote bei Morphosys von 10,38 auf 0,78 Prozent, was dazu führte, dass Shortseller rund 3,5 Millionen Morphosys-Aktien zurückkaufen mussten. Dies geschah parallel zu einem Handelsvolumen von knapp 25 Millionen Aktien über Xetra. Interessanterweise stieg der Kurs nach dem Tiefpunkt der Shortquote mit 0,78 Prozent weniger dynamisch an.

Im November gab es jedoch einen erneuten Kurseinbruch, als die Umsatzentwicklung enttäuschend ausfiel und Befürchtungen aufkamen, dass Studienergebnisse zu Pelabresib nicht den Erwartungen entsprechen würden. Tatsächlich zeigten die Studienergebnisse am 21. November, dass das Medikament das Hauptziel erreichte, aber die Verbesserung der Symptome unzureichend war – ein wichtiges Nebenziel.

An diesem Tag fiel die Aktie um bis zu 32 Prozent, wobei Hedgefonds erneut den Verkaufsdruck erhöhten. Die Shortquote stieg von 1,47 Prozent auf 8,28 Prozent, wobei Shortseller 2,6 Millionen Morphosys-Aktien verliehen und verkauft hatten. Das Handelsvolumen auf Xetra erreichte an diesem Tag 5,1 Millionen Aktien.

Am 11. Dezember gab es eine erneute Wendung, als neue Studienergebnisse zu Pelabresib veröffentlicht wurden. Diese zeigten, dass das Medikament in Verbindung mit Ruxolitinib, der Standardtherapie für Myelofibrose, signifikante Verbesserungen bei den Krankheitsmerkmalen zeigte. Dies führte zu einem Anstieg der Morphosys-Aktie um 43 Prozent in nur zwei Tagen, begleitet von einer Schließung von Short-Positionen durch Hedgefonds, die rund 800.000 Morphosys-Aktien zurückkauften.

In den folgenden Wochen reduzierten Shortseller ihre Positionen weiter, wobei die Shortquote vom 13. Dezember bis zum 12. Januar von 7,33 auf 3,31 Prozent sank. Sie mussten etwa 1,5 Millionen Morphosys-Aktien zurückkaufen, während über Xetra 7,8 Millionen Aktien gehandelt wurden. Dennoch fiel der Kurs in diesem Zeitraum um 13 Prozent, wahrscheinlich aufgrund von Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Rallye. Hierbei spielten die Shortseller, die ihre Positionen schlossen, eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung der Kurse.

Der jüngste Kursanstieg der Morphosys-Aktie, der keinen offensichtlichen Grund hatte, könnte erneut auf Deckungskäufe von Shortsellern zurückzuführen sein. Allerdings haben laut Bundesanzeiger-Daten am Montag vier von fünf Hedgefonds ihre Positionen ausgebaut, sodass nun wieder 4,21 Prozent des Freefloats geshortet sind. Eine weitere Entwicklung in den kommenden Tagen wird Aufschluss darüber geben, ob diese Hedgefonds ihre Positionen tatsächlich geschlossen haben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Shortseller auf die Morphosys-Aktie und ihren Kursverlauf weiterhin auswirken werden.

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