ANZEIGE

Shein wegen irreführender Nachhaltigkeitswerbung unter Beschuss

Italien und Deutschland prüfen Greenwashing-Vorwürfe und verschärfen Verbraucherschutzvorgaben

2 Min
Shein wegen irreführender Nachhaltigkeitswerbung unter Beschuss

Die italienische Wettbewerbsbehörde untersucht derzeit mögliche Fälle von „Greenwashing“ bei dem chinesischen Onlinehändler Shein. Im Fokus der Ermittlungen steht das Unternehmen Infinite Styles Services, das in Irland ansässig ist und die europäischen Geschäfte von Shein über dessen Websites und mobile Anwendungen abwickelt. Die Behörde prüft, ob das Unternehmen durch irreführende Werbung den Anschein erweckt hat, bestimmte Produkte seien nachhaltiger, als sie tatsächlich sind. Konkret geht es um die Bekleidungskollektion „evoluSHEIN“, bei der Verbraucher möglicherweise durch Angaben über den Anteil an umweltfreundlichen Materialien in die Irre geführt wurden. Zudem soll nicht ausreichend kommuniziert worden sein, dass die Kleidungsstücke nicht recycelbar sind.

Laut italienischem Recht drohen Unternehmen, die gegen Verbraucherschutzvorschriften verstoßen, hohe Geldbußen. Die Strafen können zwischen 5000 und zehn Millionen Euro betragen. Infinite Styles Services hat bereits seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden signalisiert und betont, dass das Unternehmen alle notwendigen Informationen zur Verfügung stellen werde. Eine Sprecherin von Shein erklärte zudem, dass man sich zur Einhaltung aller lokalen Gesetze und Vorschriften in den Märkten, in denen Shein tätig ist, verpflichte. Das Unternehmen betonte auch seine Transparenz gegenüber den Kunden.

Auch in Deutschland wird der Onlinehändler Shein von der Politik ins Visier genommen. Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck hat bereits einen „Aktionsplan E-Commerce“ vorgestellt, der darauf abzielt, Händler aus Drittstaaten wie China zu verpflichten, die gleichen Umweltschutz- und Verbraucherschutzvorschriften einzuhalten wie europäische Unternehmen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Plans ist die Einführung eines digitalen Produktpasses, in dem die Hersteller Informationen zur Produktsicherheit, zum Umwelt- und Gesundheitsschutz hinterlegen müssen. Habeck betonte, dass Verbraucher sich darauf verlassen können müssen, dass die von ihnen gekauften Produkte sicher und unbedenklich sind. Giftige Substanzen hätten in Kleidungsstücken und Spielzeugen nichts verloren, so der Minister.

Dieser Vorstoß soll verhindern, dass deutsche und europäische Unternehmen durch weniger regulierte Wettbewerber benachteiligt werden. Es bleibt abzuwarten, welche konkreten Maßnahmen sowohl in Italien als auch in Deutschland gegen Shein ergriffen werden.

HandelOnlineshoppingSheinItalienNachhaltigkeit

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer