ANZEIGE

Shein gerät in den Strudel neuer US-Zölle

Handelskonflikt, Lieferprobleme und Börsenpläne belasten das Fast-Fashion-Unternehmen zusätzlich

2 Min
 Shein gerät in den Strudel neuer US-Zölle

Der chinesische Onlinehändler Shein, bekannt für sein Geschäftsmodell der „Ultra Fast Fashion“, steht vor gravierenden Herausforderungen auf dem US-Markt. Das Unternehmen, das Mode innerhalb weniger Tage entwirft, produziert und verschickt, profitierte bislang erheblich von einer Sonderregelung im US-Zollrecht. Diese sogenannte De-minimis-Regelung erlaubte den zollfreien Import von Sendungen im Wert von bis zu 800 US-Dollar. Für Shein, dessen Hauptmarkt die USA sind, war diese Regelung ein zentraler Bestandteil der Strategie.

Seit dem 2. Mai ist diese Sonderregelung jedoch aufgehoben. Nun müssen sämtliche Pakete aus China vom US-Zoll geprüft und offiziell abgefertigt werden. Zudem greifen ab sofort die von US-Präsident Donald Trump verhängten Einfuhrzölle in Höhe von 120 Prozent auf Waren aus China. Für Shein bedeutet dies einen erheblichen Anstieg der Betriebskosten, verbunden mit längeren Lieferzeiten und steigenden Lagerkosten. Experten rechnen mit einer deutlich sinkenden Profitabilität.

Die neuen Handelsbedingungen treffen Shein zu einem kritischen Zeitpunkt. Das Unternehmen strebt seit Jahren einen Börsengang an, der in der ersten Jahreshälfte erfolgen sollte. Insider berichten, dass die unklare Entwicklung des Handelskonflikts mit den USA die Börsenpläne erneut verzögert. Bereits zuvor hatte sich Shein aufgrund politischen Widerstands von einem Börsengang in den USA abgewandt und stattdessen auf London fokussiert. Auch dort sah sich der Konzern kritischen Fragen zu Arbeitsbedingungen und Lieferketten ausgesetzt.

Der Unternehmenswert hat unter diesen Entwicklungen bereits gelitten. Während Shein 2023 noch mit 66 Milliarden US-Dollar bewertet wurde, liegt die angestrebte Marktkapitalisierung laut Reuters derzeit nur noch bei rund 50 Milliarden. Auch das Wachstum hat sich abgeschwächt. Zwar stieg der Umsatz im vergangenen Jahr um 19 Prozent auf 38 Milliarden Dollar, doch der Gewinn schrumpfte laut Medienberichten um 40 Prozent auf rund eine Milliarde.

In Reaktion auf den Handelsstreit beginnt Shein offenbar, seine Lieferketten neu auszurichten. Produktion in Vietnam, Brasilien, der Türkei und Indien wird geprüft oder bereits vorbereitet. In einer Stellungnahme kündigte das Unternehmen zudem an, ab dem 25. April Preisanpassungen vorzunehmen. Kunden berichten seitdem von teils deutlichen Preissteigerungen. Marktbeobachter halten moderate Anhebungen für verkraftbar, warnen jedoch vor zu großen Schritten, da die Kundschaft von Shein als besonders preissensibel gilt.

SheinUSAOnlineshoppingHandel

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer