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Shangri-La-Dialog 2025: Verteidigung, China und Ukraine im Fokus

Beim IISS-Gipfel in Singapur dominierten steigende Verteidigungsbudgets, Chinas Rolle in Asien und Lehren aus dem Ukraine-Krieg die Debatten.

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Shangri-La-Dialog 2025: Verteidigung, China und Ukraine im Fokus

Der IISS Shangri-La Dialogue vom 29. bis 31. Mai in Singapur hat einmal mehr die drängendsten sicherheitspolitischen Fragen unserer Zeit in den Mittelpunkt gerückt. Führende Staats- und Regierungschefs, Verteidigungsminister und hochrangige Militärvertreter aus aller Welt diskutierten über Verteidigungsausgaben, Chinas Expansionismus im asiatisch-pazifischen Raum und die militärischen Lehren aus dem Ukraine-Krieg. Der Gipfel gilt als eines der bedeutendsten sicherheitspolitischen Foren weltweit.

Ein zentrales Thema war die Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte in seiner Rede, dass Länder mindestens 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben sollten. Diese Forderung, die US-Präsident Donald Trump seit Jahren erhebt und die anfangs bei vielen Verbündeten auf Bestürzung gestoßen war, findet inzwischen breite Zustimmung – zumindest öffentlich.

Breite Zustimmung zu höheren Verteidigungsbudgets

Länder wie Japan, die Philippinen und die Niederlande planen konkrete Budgeterhöhungen. Selbst Neuseeland, das die 3,5-Prozent-Marke noch nicht erreicht, erhöht seine Ausgaben in diesem Bereich. Die stellvertretende niederländische Ministerpräsidentin Dilan Yesilgoz-Zegerius sagte, die USA hätten „recht", wenn sie höhere Ausgaben forderten – und verwies darauf, dass Russlands Invasion in der Ukraine die Sichtweise der niederländischen Öffentlichkeit grundlegend verändert habe. Für deutsche Leser ist dies besonders relevant, da auch Deutschland seit dem russischen Angriffskrieg seinen Verteidigungshaushalt deutlich aufgestockt hat.

Für erhebliche Aufmerksamkeit sorgte die Abwesenheit des chinesischen Verteidigungsministers Dong Jun – bereits zum zweiten Mal in Folge. Die Delegation aus Peking wurde stattdessen von Generalmajor Meng Xiangqing von der Nationalen Verteidigungsuniversität der Volksbefreiungsarmee geleitet. US-Minister Hegseth kommentierte dies mit den Worten: „Ich wünschte, mein Amtskollege wäre hier auf dieser Konferenz, aber ich freue mich auf andere Gelegenheiten, bei denen wir uns begegnen und kommunizieren können."

Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi zeigte sich „traurig" über Dongs Abwesenheit und drängte auf mehr Dialog mit Peking. Der deutsche Generalinspekteur General Carsten Breuer erklärte, China lasse durch das Fehlen einer Delegation auf Ministerebene eine Chance zum Dialog verstreichen. Die Philippinen hingegen reagierten deutlich schärfer: Verteidigungsminister Gilberto Teodoro sagte gegenüber CNBC, die chinesische Präsenz diene „eher der Förderung der Parteilinie als einem konstruktiven Engagement".

Chinas Delegation verteidigt Positionen mit Nachdruck

Trotz des niedrigeren Rangs der chinesischen Delegation blieben die Vertreter Pekings keineswegs passiv. Generalmajor Meng kritisierte die Erhöhung der japanischen Verteidigungsausgaben und die Ausweitung von Waffenverkäufen und stellte die Frage, ob asiatische Länder einem remilitarisierten Japan nach dessen Geschichte im Zweiten Weltkrieg vertrauen würden. Der ehemalige stellvertretende chinesische Außenminister Cui Tiankai bekräftigte Pekings Standpunkt, dass die Spannungen in der Taiwanstraße eine Frage der territorialen Integrität und nationalen Einheit Chinas seien.

Die Reaktionen der anderen Teilnehmer fielen deutlich aus. Japans Koizumi warf China einen „Mangel an Transparenz" bei seiner militärischen Aufrüstung vor. Hegseth warnte, im asiatisch-pazifischen Raum herrsche angesichts der chinesischen Aufrüstung „berechtigte Besorgnis". Den kämpferischsten Ton schlug Filipinos Teodoro an: „Sie zeigen keine Reue für ihren Expansionismus und sind unerbittlich. Das zu leugnen, wäre absolut unehrlich."

Ukraine-Krieg verändert globale Verteidigungsstrategien

Ein weiteres Leitthema des Gipfels war der Krieg in der Ukraine und die daraus gezogenen militärischen Schlussfolgerungen. Das Konzept der „asymmetrischen Kriegsführung" – also die Fähigkeit eines kleineren oder schwächeren Akteurs, einem überlegenen Gegner wirksam standzuhalten – hat Verteidigungsstrategien weltweit beeinflusst.

Pavlo Klimkin, ehemaliger ukrainischer Außenminister, sagte in einem Interview mit CNBC: „Es besteht ein sehr großes Interesse an den Lehren aus der Ukraine und rund um die Ukraine. Es herrscht die Erkenntnis vor, dass erstens asymmetrische Abschreckung und asymmetrische Kampfführung von Bedeutung sind." Klimkin betonte zudem, dass das gesamte Sicherheitsverständnis auf dem Spiel stehe – einschließlich der Frage, wie eine künftige europäische Sicherheitsarchitektur aussehen solle, in der die Ukraine einen Platz habe.

Konkrete Auswirkungen zeigen sich bereits: Die Philippinen orientieren sich an ukrainischen Taktiken bei der Planung ihrer eigenen Verteidigung. Der niederländische Generalstabschef General Onno Eichelsheim bestätigte, dass ukrainische Berater aktiv mit den Niederlanden zusammenarbeiten, um zu beurteilen, welche Ressourcenzuweisungen sinnvoll sind. Der Shangri-La-Dialog 2025 hat damit eindrucksvoll gezeigt, wie eng globale Sicherheitsfragen miteinander verknüpft sind – von der Südsee bis nach Europa.

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