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Serbien gibt 5.000 Tonnen Diesel aus Staatsreserven frei

Energieministerin Djedovic Handanovic reagiert auf gestörte Lieferketten und kündigt einen Rekordverbrauch im Oktober an.

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Serbien gibt 5.000 Tonnen Diesel aus Staatsreserven frei

Serbien wird rund 5.000 metrische Tonnen Diesel aus seinen staatlichen Reserven freigeben, um Engpässen entgegenzuwirken. Diese sind durch Unterbrechungen in der globalen Lieferkette entstanden, wie Energieministerin Dubravka Djedovic Handanovic am Donnerstag mitteilte. Die weltweiten Dieselvorräte wurden durch die Kriege im Iran und in der Ukraine gestört, wodurch täglich Millionen von Barrel im Nahen Osten und in Russland gebunden sind.

In der Folge seien die Lagerbestände auf historische Tiefstände gefallen und die Preise auf Rekordhöhen getrieben worden. Der Mangel betrifft laut der Ministerin gleich mehrere Schlüsselsektoren: die Landwirtschaft, die verarbeitende Industrie und den schweren Transport. Diese Bereiche sind in besonderem Maße auf Diesel angewiesen.

„Deshalb haben wir beschlossen, einen Teil des Eurodiesel-Bestands, der etwa 5.000 Tonnen aus den staatlichen Reserven umfasst, auf den Markt zu bringen“, erklärte Djedovic Handanovic. Für den kommenden Monat rechnet die Ministerin mit einer starken Nachfrage: „Wir erwarten für den Oktober einen sehr hohen Verbrauch von rund 205.000 Tonnen.“

Unternehmen stoppen Importe wegen hoher Preise

Ein zentraler Grund für die angespannte Lage ist das Verhalten der Marktteilnehmer. Nach Angaben der Ministerin tätigen die Unternehmen aufgrund der gestiegenen Preise keine Dieselimporte mehr. Hinzu kommen hohe Logistikkosten, die durch den niedrigen Wasserstand der Donau zusätzlich belastet werden.

Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Problems. Im August sanken Serbiens Kraftstoffimporte über die Donau auf nur 25 bis 30 Prozent des geplanten Volumens. Grund dafür waren rekordtiefe Wasserstände in Ungarn, Serbien und Rumänien. Diese zwangen Frachtschiffe und Tanker dazu, mit nur 30 bis 40 Prozent ihrer normalen Kapazität zu operieren.

Die Donau ist für Serbien ein wichtiger Transportweg für Energieprodukte. Wenn der Flusspegel fällt, können Schiffe weniger Ladung aufnehmen, was die Kosten pro transportierter Einheit in die Höhe treibt. Für ein Binnenland wie Serbien, das keine eigenen Häfen an der See besitzt, wiegt diese Abhängigkeit besonders schwer.

NIS-Raffinerie in Pančevo als Schlüsselakteur

Eine zentrale Rolle bei der Versorgung spielt das serbische Ölunternehmen NIS (BEL: NIIS). Das Unternehmen, dem russisches Eigentum unterstellt wird und das von den USA sanktioniert ist, produziert Diesel in seiner Raffinerie in Pančevo. Die Anlage verfügt über eine jährliche Kapazität von 4,8 Millionen Tonnen Rohöl.

Bereits im August hatte das Energieministerium NIS angewiesen, die Aufbereitung von Rohöl von 9.500 Tonnen auf 13.000 Tonnen pro Tag zu erhöhen. Zusätzlich sollte das Unternehmen 23.000 Tonnen betrieblicher Kraftstoffreserven an andere Marktteilnehmer abgeben, um den Rückgang der Importe auszugleichen.

Die nun beschlossene Freigabe aus den staatlichen Reserven ist eine weitere kurzfristige Maßnahme, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ob sie ausreicht, um den für Oktober erwarteten Verbrauch von rund 205.000 Tonnen zu decken, bleibt offen. Klar ist: Serbien steht vor einer doppelten Belastung aus globalen Lieferkettenstörungen und regionalen Logistikproblemen.

Für deutsche Anleger und Marktbeobachter ist die Entwicklung ein weiteres Signal für die anhaltende Anspannung an den europäischen Diesel- und Rohölmärkten. Die Kombination aus geopolitischen Konflikten, historisch niedrigen Lagerbeständen und logistischen Engpässen zeigt, wie verletzlich die Energieversorgung in Südosteuropa derzeit ist.

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