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Sense and Sensibility: Oakley-Remake setzt auf Gen Z statt Starpower

Georgia Oakleys neue Austen-Verfilmung startet im Herbst im Kino – mit jungen Stars und ohne die Nostalgie der Neunzigerjahre.

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Sense and Sensibility: Oakley-Remake setzt auf Gen Z statt Starpower

Wer 1995 im Kino saß, um Ang Lees „Sinn und Sinnlichkeit“ (Sense and Sensibility) zu sehen, gehört heute nicht mehr zur Zielgruppe der neuen Verfilmung. Regisseurin Georgia Oakley richtet ihre Adaption von Jane Austens Roman gezielt an die Generation Z – und verzichtet dabei weitgehend auf den Glanz der Neunzigerjahre-Besetzung. In den britischen Kinos läuft der Film ab dem 25. September, in den USA ab dem 16. Oktober.

Die Hauptrollen der Schwestern Dashwood übernehmen Daisy Edgar-Jones und Esmé Creed-Miles, beide knapp dreißig. Edgar-Jones spielt die ältere, vorsichtige Elinor, Creed-Miles die wildherzige Marianne. George MacKay verkörpert Elinors guten Freund Edward Ferrars, der norwegische Schauspieler Herbert Nordrum den standhaften Colonel Brandon. Frank Dillane, Star des vorjährigen, kantigen „Urchin“, gibt den Schurken John Willoughby.

Das Drehbuch des Films von 1995 stammte von Emma Thompson, die auch die Hauptrolle übernahm. Das Werk wurde sofort von einem großen und treuen Publikum als elegante, prägende Interpretation des Austen-Romans aufgenommen. An diese Vorlage muss sich Oakley messen lassen – und sie tut es auf eigene Weise. Ihre Version ist treuer als die von Lee, aber nie pedantisch.

Die Details

Die Handlung bleibt im England der georgischen Ära. Nach dem Tod des Vaters sehen sich die Frauen der Familie Dashwood einer gefährlichen Zukunft gegenüber, denn Immobilien werden in dieser Zeit nur an Söhne vererbt. Stattdessen müssen sie hoffen, eine „große Partie“ zu machen – einen wohlhabenden Ehemann –, und bewegen sich dabei durch den brutalen musikalischen Stuhlentanz gesellschaftlicher Werbespiele. Der Film spart dabei nicht an Sehnsucht bei Kerzenschein.

Seltsamerweise dauert es eine Weile, bis die Hauptdarstellerinnen das Zentrum des Films für sich beanspruchen. Edgar-Jones’ Elinor starrt nachdenklich in die Ferne, beraubt des guten Freundes Edward Ferrars. Creed-Miles’ Marianne wartet ungeduldig auf große Leidenschaft. Zumindest anfangs stehlen jedoch Nebendarstellerinnen die Show. Eine davon ist Stacy Martin als bissige Schwägerin Fanny Dashwood, die das Familiensilber zusammenzählt. Dann kommt Fiona Shaw als Heiratsvermittlerin Mrs. Jennings, ausgestattet mit einem Lachen, das Haustiere in die Flucht schlägt.

Bemerkenswert ist der Wechsel beim Personal vor der Kamera. 1995 sorgte Ang Lee für Glanz und Gloria und besetzte Hugh Grant und Alan Rickman als den unterdrückten Ferrars und Colonel Brandon. Nun tauscht Oakley Starpower gegen die Indie-Glaubwürdigkeit von MacKay und Nordrum ein. Der gesamte Film gleicht einer klugen, geschmackvollen Moderedaktion, die interessante neue Gesichter und stilistische Einflüsse zusammenführt.

Auch hinter der Kamera setzt Oakley auf eigenwillige Referenzen. Die auffälligen Kostüme sind, wie Designerin Grace Snell sagte, vom isländischen Arthouse-Epos „Godland“ inspiriert. Und das Erscheinungsbild des Films kann dornig und elementar sein – bis zu einem gewissen Punkt. Immer wieder findet sich jedoch Raum für gefleckte Sonnenuntergänge und Sonnenschirme.

Unter all den Balanceakten wirkt einzig die Aufmerksamkeit, die die Geschichte den Schwestern widmet, einseitig. Das liegt zum Teil an Austen, die die Gewichtung stets zugunsten von Elinor vornahm. Aber die vorsichtige, pragmatische ältere Schwester fühlt sich auch viel stärker mit dem Geist des Films verbunden als die wildherzige Marianne. Oakley verzichtet zudem auf die auffällige Modernität, wie sie beispielsweise die 2023 verstorbene Autorin Joanna Trollope wählte, die die Geschichte 2013 ins 21. Jahrhundert versetzte („Du bist ein echter Star, Mags Dashwood!“).

Hintergrund: Was bisher geschah

aktien.news greift die Film- und Buchkritiken der Financial Times regelmäßig auf. Bereits am 16.04.2026 berichtete aktien.news über die FT-Kritik zur Streaming-Miniserie „Margo’s Got Money Troubles“, in der Elle Fanning die Titelrolle einer jungen alleinerziehenden Mutter spielt, die mit Erotikinhalten auf OnlyFans über die Runden zu kommen versucht; die britische Filmkritik zeigte sich beeindruckt von den Darstellern, aber kritisch gegenüber der inhaltlichen Zurückhaltung der Serie.

Am 15.05.2026 folgte die Zusammenstellung „Sechs Filme, die Sie diese Woche unbedingt sehen sollten“, darunter ein Werk von Steven Soderbergh über eine Kunstrestauratorin und ein Film von László Nemes. Am 23.05.2026 berichtete aktien.news über die Spionageserie „Ponies“, die nach ihrem US-Debüt Anfang 2025 nach Großbritannien kam und im Jahr 1976/1977 spielt. Am 15.06.2026 schließlich veröffentlichte aktien.news die FT-Auswahl der besten Sommerbücher 2026 mit acht Krimis und Thrillern. Der neue Austen-Film reiht sich in diese Reihe redaktioneller FT-Empfehlungen ein.

Was das für Anleger bedeutet

Der Quelltext nennt weder Ticker noch Unternehmen oder Beträge. Eine direkte Investmentgeschichte lässt sich aus der Filmkritik daher nicht ableiten. Für deutsche Privatanleger ist die Meldung dennoch insofern relevant, als Kinostarttermine und die Zielgruppenansprache von Filmproduktionen zu den Faktoren gehören, die den Erfolg eines Kinostarts prägen – und damit die Erlösseite von Medien- und Kinounternehmen beeinflussen können.

Bemerkenswert ist der strategische Ansatz: Oakley und die Produktion setzen bewusst nicht auf die Nostalgie der Neunzigerjahre, sondern auf jüngere Darsteller und eine Zielgruppe, die mit der Version von 1995 kaum etwas verbindet. Ob diese Rechnung aufgeht, entscheidet sich an den Kinokassen in Großbritannien und den USA. Die Meldung ist ausdrücklich keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung.

Ausblick

Die britischen Kinos zeigen den Film ab dem 25. September, die US-Kinos folgen ab dem 16. Oktober. Zuvor hatte Oakley 2022 mit dem gut aufgenommenen Stück queerer Sozialgeschichte „Blue Jean“ ihren Durchbruch gefeiert; mit dem Austen-Stoff inszeniert sie nun ihr Debüt in der großen Liga. Wie sich der Film gegen die Erinnerung an Lees Version von 1995 behauptet, wird die Kritik und das Publikum in beiden Märkten entscheiden.

Kurz erklärt

  • Periodendrama: Filmgenre, das in einer historischen Epoche spielt und diese über Ausstattung, Kostüme und Sprache vergegenwärtigt.
  • Generation Z: umgangssprachliche Bezeichnung für die jüngere, mit digitalen Medien aufgewachsene Generation.
  • Rizz: Begriff aus der Gen-Z-Kultur für Charisma und Anziehungskraft.
  • Arthouse: Bezeichnung für künstlerisch ambitionierte Filme abseits des kommerziellen Mainstreams.
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