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Secondhand-Kinderkleidung: Eltern entdecken Vintage-Mode für Kinder

Immer mehr Eltern kaufen Kinderkleidung gebraucht – aus Kostengründen, für Nachhaltigkeit und für ausgefallene Einzelstücke.

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Secondhand-Kinderkleidung: Eltern entdecken Vintage-Mode für Kinder

„Ich kann kaum glauben, dass heutzutage noch jemand Kinderkleidung neu kauft", sagt May Delaney, Anwältin aus London. Sie kauft für ihre dreieinhalbjährige Tochter „fast ausschließlich" bei der Secondhand-Plattform Vinted ein. Damit steht sie nicht allein: Eine wachsende Zahl von Eltern ersetzt Neuware durch gebrauchte Kinderkleidung – und das mit Begeisterung.

Die Kreativstrategin Natasha Sagnier, 30, erwarb kürzlich eine perfekt sitzende Vintage-Levis im Baggy-Stil für ihre 17 Monate alte Tochter Charlie – für gerade einmal 4 Britische Pfund. Im Einzelhandel kostet ein vergleichbares Stück ab 30 Pfund aufwärts. „Ich habe auch eine wirklich coole Burberry-Jacke mit passender Hose für insgesamt 25 Pfund bekommen. Ich liebe die Vorstellung, Statement-Stücke zu haben, die nicht alle anderen Kinder tragen", erklärt Sagnier.

Markt wächst rasant

Der Trend ist kein Zufall: Laut einem Bericht des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2024 wird der Markt für gebrauchte Kinderbekleidung voraussichtlich der am schnellsten wachsende Sektor der gesamten Wiederverkaufsbranche für Bekleidung sein. Die weltweiten Secondhand-Käufe in diesem Segment sollen in diesem Jahr um 127 Prozent steigen – ein beeindruckendes Wachstum, das den Mainstream-Trend zum nachhaltigen Konsum widerspiegelt.

Viele Eltern nennen ökologische Vorteile als zentralen Kaufgrund. Ältere Kleidungsstücke bestehen häufig aus natürlichen, langlebigen Fasern wie Baumwolle – ein Vorteil gegenüber vielen modernen Fast-Fashion-Produkten, die synthetische Materialien enthalten.

Kuratierte Vintage-Shops für Kinder

Über Vinted hinaus finden Eltern, die kuratiertere oder ausgefallenere gebrauchte Kindermode suchen, diese auf Plattformen wie Etsy, TikTok und Instagram. Sagnier hat dabei eine vielseitige Liste von Anbietern aus aller Welt entdeckt:

@usedtocarryvintage

(USA): Verkauft unter anderem Vintage-Disney-Merchandise und Satin-Collegejacken, auch auf dem berühmten Rose Bowl Flohmarkt in Pasadena -

@littleredcactusvintage

(UK): Spezialisiert auf Mini-Latzhosen von Carhartt -

@lamanotte_vintage

(Frankreich): Vintage-Kleidung und Accessoires für Neugeborene bis 10 Jahre, mit Bestand bis ins Jahr 1900

Das Angebot von @lamanotte_vintage umfasst aktuell unter anderem handgestrickte ecrufarbene Socken (18 Euro), ein Cacharel-Set aus T-Shirt und Pumphose (46 Euro) sowie eine spitzenbesetzte Bluse aus den 1930er Jahren (48 Euro). Das Glanzstück des Sortiments: ein Paar Berlingot-Stiefel aus den 1980er Jahren mit Zebra-Print und Neon-Futter.

Gründerin Louise Denis startete das Unternehmen 2023, nachdem sie für ihre eigenen zwei Kleinkinder nach Vintage-Schätzen gesucht hatte. Unter ihrem Mikro-Label Petite Maison entwirft sie zudem neue Stücke aus alten Kleidern oder Stoffen. Sie arbeitet mit monatlichen „Drops" und hat bereits mit dem Pariser Kommissionsgeschäft La Bonne Pioche für saisonale Pop-up-Stores zusammengearbeitet.

Designerinnen setzen auf Vintage für Kinder

Auch in London wächst das Angebot an kuratierten Vintage-Kindermode-Labels. Elise Born, Designerin hinter der Recycling-Schuhmarke Ugo Paulon, hat mit @sol_sol_kids eine neue Vintage-Linie für Kinder zwischen 2 und 12 Jahren eingeführt. Ihr Sortiment umfasst Mode aus den 1980er, 1990er und 2000er Jahren – von Raglan-T-Shirts von Christian Dior (45 Pfund) bis hin zu Baumwolljacken von Armani (55 Pfund), ergänzt durch maßgeschneiderte Einzelstücke.

Born erklärt ihre Motivation so: „Ich habe es schon immer geliebt, eBay und Flohmärkte nach eigener Kleidung, Schuhen und Inspirationen zu durchsuchen. Als ich meine Tochter bekam, führte diese Gewohnheit ganz natürlich dazu, eine kleine Kollektion an lustigen und fabelhaften Dingen für sie aufzubauen." Sie bezieht ihre Ware von Händlern aus ganz Südeuropa.

Der Boom bei Secondhand-Kinderkleidung zeigt: Nachhaltigkeit, Individualität und Sparsamkeit lassen sich im Kinderzimmer-Kleiderschrank bestens vereinen. Für deutsche Eltern, die ähnliche Schnäppchen suchen, bieten neben Vinted auch internationale Instagram-Accounts und Etsy-Shops zunehmend attraktive Alternativen zum klassischen Einzelhandel.

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