SEC ernennt EY-Veteran Logothetis zum Chef der Wirtschaftsprüfer-Aufsicht
Demetrios Logothetis übernimmt Leitung des PCAOB. Drei weitere Vorstandsmitglieder berufen.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat den pensionierten EY-Partner Demetrios (Jim) Logothetis zum neuen Vorsitzenden des Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) ernannt. Die Behörde überwacht die Wirtschaftsprüfungen börsennotierter Unternehmen und sanktioniert Prüfungsgesellschaften bei Verstößen gegen Rechnungslegungsstandards.
Logothetis bringt jahrzehntelange Erfahrung aus seiner Zeit bei Ernst & Young mit. Als Vorsitzender wird er künftig die strategische Ausrichtung der Aufsichtsbehörde verantworten, die nach mehreren Bilanzskandalen der vergangenen Jahre verstärkt in den Fokus gerückt ist. Die Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die SEC ihre Kontrolle über Wirtschaftsprüfer verschärft.
Parallel zur Berufung von Logothetis ernannte die Wertpapieraufsichtsbehörde drei weitere Mitglieder in den PCAOB-Vorstand. Mark Calabria, Kyle Hauptman und Steven Laughlin werden das Gremium künftig verstärken. George Botic, der bislang als kommissarischer Vorsitzender fungierte, bleibt dem Board als reguläres Mitglied erhalten.
Bedeutung für den deutschen Kapitalmarkt
Die Personalentscheidungen haben auch Auswirkungen auf deutsche Unternehmen mit US-Börsennotierung. Das PCAOB prüft nicht nur amerikanische Wirtschaftsprüfer, sondern auch internationale Prüfungsgesellschaften, die US-gelistete Firmen testieren. Für deutsche Konzerne wie SAP, Siemens oder die Deutsche Telekom bedeutet dies weiterhin strenge Kontrollen ihrer Jahresabschlüsse.
Die Aufsichtsbehörde wurde 2002 nach dem Enron-Skandal geschaffen und hat seitdem ihre Befugnisse kontinuierlich ausgebaut. Mit der neuen Führungsriege setzt die SEC ein Signal für eine konsequente Überwachung der Prüfungsqualität. Experten erwarten, dass unter Logothetis die Durchsetzung von Standards weiter verschärft wird, insbesondere bei grenzüberschreitenden Prüfungen.
