ANZEIGE

Schwierige Zeiten für Hamburger Hafen

Handelsbeziehungen mit China und Russland als Hauptursachen

2 Min
Schwierige Zeiten für Hamburger Hafen

Der Hamburger Hafen, einer der größten und bedeutendsten Seehäfen Europas, hat im ersten Halbjahr 2023 einen erheblichen Rückgang des Containerumschlags zu verzeichnen. Die Zahlen, die heute vom Verein Hafen Hamburg Marketing veröffentlicht wurden, zeigen einen Rückgang von 11,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Von Januar bis Juni wurden nur 3,8 Millionen Standardcontainer (TEU) im Hamburger Hafen umgeschlagen.

Neben dem Containerumschlag ist auch der Stückgutumschlag betroffen, welcher um 11,1 Prozent auf 39,2 Millionen Tonnen gefallen ist. Damit sank der gesamte Seegüterumschlag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,8 Prozent auf 58,2 Millionen Tonnen. Interessanterweise sind diese Rückgangszahlen im Hamburger Hafen höher als in anderen führenden Nordseehäfen wie Rotterdam und Antwerpen. Noch dramatischer gestaltet sich die Situation in den deutschen Häfen Bremen und Bremerhaven, wo die Containerumschlagszahlen um mehr als 15 Prozent gesunken sind.

Ein Hauptgrund für den Umschlagrückgang in Hamburg ist der schwächere Handel mit China, Deutschlands wichtigstem Handelspartner. Hier wurde ein Rückgang von beeindruckenden 18,8 Prozent festgestellt. Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing, äußerte seine Besorgnis über diesen Trend und wies darauf hin, dass die geringere Nachfrage, die Auswirkungen von COVID-19 und die politische Lage in China zu den Hauptursachen gehören.

Zudem verzeichnete der Hamburger Hafen einen massiven Einbruch beim Handel mit Russland. Vor dem russischen Angriff auf die Ukraine war Russland mit 79.000 TEU im ersten Halbjahr des Vorjahres noch Handelspartner Nummer vier. Erstaunlicherweise fiel diese Zahl in den ersten sechs Monaten 2023 auf null.

Trotz dieser alarmierenden Zahlen hält sich der Verein Hafen Hamburg Marketing mit Prognosen für das restliche Jahr zurück. Die aktuelle wirtschaftliche und geopolitische Situation macht präzise Vorhersagen schwierig. Axel Mattern bleibt jedoch vorsichtig optimistisch und hofft auf die Fortsetzung des leicht positiven Trends des zweiten Quartals.

Insgesamt bieten die aktuellen Daten ein gemischtes Bild des Handels in Deutschland. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage im zweiten Halbjahr entwickelt und welche langfristigen Auswirkungen diese Trends auf den globalen Handel und die deutsche Wirtschaft insgesamt haben werden.

HamburgLogistik

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer