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Schroder European REIT kündigt geordnete Abwicklung und Kapitalrückzahlung an

Der britisch notierte Immobilienfonds plant die Auflösung nach sinkenden Nettoinventarwerten und Mieterausfällen in mehreren Objekten.

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Schroder European REIT kündigt geordnete Abwicklung und Kapitalrückzahlung an

Schroder European REIT, ein an der britischen Börse notierter europäischer Immobilien-Investmentfonds, hat eine geordnete Abwicklung angekündigt. Das Unternehmen plant, im Zuge dieses Prozesses Kapital an seine Aktionäre zurückzuzahlen. Auslöser ist ein Rückgang des Nettoinventarwerts, der maßgeblich durch nicht realisierte Neubewertungsverluste im Immobilienportfolio verursacht wurde.

Der bereinigte EPRA-Gewinn des Unternehmens für das abgelaufene Halbjahr sank von 3,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 3,6 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis belief sich auf 2,69 Millionen Euro, während die Immobilienbewirtschaftungskosten insgesamt 2,32 Millionen Euro ausmachten. Die Zahlen verdeutlichen den wachsenden Druck auf die Ertragskraft des Fonds.

Mieterauszüge belasten Portfoliobewertung

Besonders ins Gewicht fielen Wertminderungen bei Objekten in Alkmaar (Niederlande) und Cannes (Frankreich). Dort zogen Mieter aus, was sich sowohl negativ auf die laufenden Erträge als auch auf die Bewertung der betroffenen Immobilien auswirkte. Solche Leerstände sind im europäischen Gewerbeimmobilienmarkt ein bekanntes Risiko, das die Gesamtrendite eines Portfolios erheblich beeinflussen kann.

Auf der anderen Seite verzeichnete das Unternehmen positive Entwicklungen: Langfristige Mietvertragsverlängerungen in Rumilly (Frankreich) und Stuttgart führten zu Wertsteigerungen bei diesen Objekten. Trotz der Herausforderungen wies der Fonds weiterhin eine hohe Vermietungsquote und starke Mieteingänge aus, was die stabilen Erträge im Berichtszeitraum stützte.

Abwicklung dauert zwei bis drei Jahre

Die geplante Abwicklung steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Anleger. Das Unternehmen rechnet damit, dass der gesamte Prozess etwa zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen wird. Für Aktionäre bedeutet dies eine schrittweise Rückzahlung des investierten Kapitals über einen längeren Zeitraum.

Im Zuge der Abwicklung ist zudem mit sinkenden Dividendenzahlungen zu rechnen. Da die Portfolioerträge mit dem Abbau der Immobilien abnehmen und Kapital sukzessive zurückgeführt wird, dürften die Ausschüttungen entsprechend zurückgehen. Anleger, die auf regelmäßige Einnahmen aus dem Fonds angewiesen sind, müssen sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen.

REITs – Real Estate Investment Trusts – sind börsennotierte Immobilienfonds, die verpflichtet sind, einen Großteil ihrer Erträge als Dividende auszuschütten. Sie gelten bei Privatanlegern als beliebtes Instrument zur Immobilienanlage ohne direkten Immobilienkauf. Eine Abwicklung eines solchen Vehikels ist vergleichsweise selten und signalisiert, dass das Management keinen nachhaltigen Mehrwert durch eine Fortführung des Fonds sieht.

Für deutsche Privatanleger, die in europäische Immobilienfonds investiert sind, unterstreicht der Fall von Schroder European REIT die Bedeutung einer sorgfältigen Beobachtung von Leerstandsquoten und Mietvertragslaufzeiten. Einzelne Mieterauszüge können – wie hier in Alkmaar und Cannes – spürbare Auswirkungen auf die Gesamtbewertung eines Portfolios haben und im Extremfall strategische Konsequenzen wie eine Fondsauflösung nach sich ziehen.

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