Schott Pharma IPO
Schott Pharma bewertet bei 27 Euro, und die Strategie sichert Kurspotenzial und Mutterkonzerns Unterstützung

Schott Pharma setzt den Ausgabepreis für seine Aktien bei 27 Euro fest, ohne die zuvor gesetzte Preisspanne voll auszuschöpfen. Dieser Schritt ermöglicht dem Unternehmen nach seiner Erstnotiz am Donnerstag noch Kurspotenzial. Ursprünglich war die Preisspanne auf 24,50 bis 28,50 Euro festgelegt worden, wurde jedoch später auf 26,50 bis 27 Euro verkürzt. Dies geschah trotz einer starken Nachfrage, da das Orderbuch nach Angaben der Finanzhäuser mehrfach überzeichnet war.
Die Bewertung des Börsenneulings beläuft sich somit auf rund vier Milliarden Euro, während das Ziel zuvor bei 3,7 bis 4,3 Milliarden Euro lag. Der Mutterkonzern Schott kann voraussichtlich Einnahmen von über 930 Millionen Euro erwarten. Bei Börsengängen streben die Banken in der Regel einen ausgewogenen Mix aus langfristig orientierten Investoren und Hedgefonds an, um die Kursstabilität nach dem IPO zu gewährleisten.
Schott Pharma selbst erhält keine Mittel aus dem IPO, wird aber weiterhin von den finanziellen Ressourcen seiner Muttergesellschaft unterstützt, insbesondere in Bezug auf die Transformation in Richtung Klimaneutralität. Schott wird bis zu 23 Prozent seiner Anteile abgeben, während der Mutterkonzern ein Großaktionär bleibt.
Der Börsengang bietet Schott Pharma die Möglichkeit, den finanziellen Spielraum für zukünftige Investitionen zu erweitern. Das Unternehmen ist nicht nur für Ceran-Kochfelder bekannt, sondern stellt auch Spezialglas her, das in verschiedenen Branchen Anwendung findet. Die Tochtergesellschaft Schott Pharma produziert hochtechnologische Verpackungen aus Glas und Kunststoff, die extremen Anforderungen standhalten müssen, darunter Temperaturschwankungen und die Unverträglichkeit mit sensiblen Inhaltsstoffen.
Im vergangenen Jahr erzielte Schott Pharma einen Umsatz von 821 Millionen Euro und eine beeindruckende Ebitda-Marge von 26,8 Prozent. Das Management prognostiziert ein jährliches Umsatzwachstum von rund zehn Prozent und plant, die Ebitda-Marge im "unteren 30-Prozent-Bereich" zu halten. Der geplante Börsengang markiert eine entscheidende Phase in der Entwicklung von Schott Pharma und eröffnet dem Unternehmen neue Möglichkeiten für zukünftiges Wachstum und Investitionen.
