Schott Pharma feiert erfolgreiches Börsendebüt
Injizierbare Medikamente treiben das Wachstum des Pharmaverpackungskonzerns an

Am 28. September 2023 erlebte Schott Pharma ein erfolgreiches Börsendebüt an der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Pharmaverpackungskonzern, eine Tochtergesellschaft des Mainzer Glaskonzerns Schott, konnte von diesem bedeutenden Schritt profitieren, der auch durch das florierende Geschäft mit injizierbaren Medikamenten wie der Abnehmspritze Wegovy angetrieben wurde.
Die Aktien von Schott Pharma wurden erstmals im regulierten Markt der Frankfurter Börse gehandelt, und ihr Debüt wurde als großer Erfolg gewertet. Der Eröffnungspreis für die Aktien wurde um 9:17 Uhr in Frankfurt mit 30,00 Euro festgelegt. Im Verlauf des Vormittags erreichte der Kurs zeitweise 30,42 Euro pro Schott-Pharma-Aktie, was deutlich über dem Ausgabepreis von 27 Euro lag. Diese Bewertung brachte dem Unternehmen einen Marktwert von 4,06 Milliarden Euro ein, und der Mutterkonzern Schott erzielte einen Erlös von 935 Millionen Euro, indem er 23 Prozent der Anteile an seiner Tochter verkaufte.
Die Finanzvorständin von Schott Pharma, Almuth Steinkühler, betonte die Bedeutung dieses Börsengangs und erklärte: "Für uns ist es der richtige Zeitpunkt, der Markt ist stabil, und wir haben sehr positives Feedback von Investoren erhalten. Der Gang an die Börse bringt eine größere unternehmerische Flexibilität und Sichtbarkeit, sowohl im Markt als auch bei den Arbeitnehmern. Außerdem verschafft er uns Zugang zum Kapitalmarkt. Mit einer derartigen Kurssteigerung ist das für uns ein großartiger Start."
Schott Pharma, als im Jahr 2022 ausgegliederte Sparte von Schott, stellt Produkte wie Glasampullen, Fläschchen und vor allem Spritzen aus Glas und Spezialglaskunststoff her, die im medizinischen Bereich eingesetzt werden. Das Unternehmen profitiert stark von der steigenden Nachfrage nach injizierbaren Medikamenten, insbesondere im Zusammenhang mit mRNA-Therapien und Medikamenten zur Behandlung von Diabetes und Adipositas, wie etwa die Abnehmspritze Wegovy des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk.
Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte Schott Pharma einen Umsatz von 821 Millionen Euro und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 219 Millionen Euro. Die Erlöse aus dem Börsengang fließen komplett an den Mutterkonzern Schott, da Schott Pharma nach eigenen Angaben keine zusätzlichen Finanzmittel benötigt.
Heiko Leopold von der Deutschen Bank hob hervor, dass der Börsengang von Schott Pharma auf großes Interesse bei institutionellen und privaten Anlegern gestoßen sei. Die Ausrichtung auf Produkte und Lösungen für injizierbare Medikamente habe Investoren überzeugt, da die Wachstumsaussichten in diesem Bereich höher seien als für den Gesamtpharmamarkt.
Schott Pharma hatte den Börsengang bereits zuvor angekündigt, jedoch aufgrund von Unsicherheiten, darunter der Ukraine-Krieg, die Inflation und Zinserhöhungen, verschoben. Trotzdem entschied sich das Unternehmen bewusst für Frankfurt als Börsenplatz, während andere Mainzer Unternehmen wie BioNTech und der Sandalenhersteller Birkenstock sich für eine Notierung in den USA entschieden.
