Scholz fordert EU-weite Impulse für Elektromobilität
Verkaufsförderung und Ladeinfrastruktur sollen den Wandel voranbringen

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich bei einem Besuch des Ford-Werks in Köln für eine europaweite Unterstützung der Elektromobilität ausgesprochen. Er betonte, dass eine effektive Verkaufsförderung für Elektroautos auf europäischer Ebene notwendig sei, um den Erfolg der Elektromobilität sicherzustellen. Gleichzeitig sprach er sich für einen Ausbau der Ladeinfrastruktur in ganz Europa aus, um die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen zu fördern. Scholz unterstrich dabei die Bedeutung Deutschlands als Industriestandort und zeigte sich zuversichtlich, dass dies auch in Zukunft so bleiben werde.
Im Vorfeld des Besuchs hatte der Ford-Betriebsrat klare Forderungen an die Politik gestellt. Er kritisierte die wiederholte Infragestellung der durch das Europäische Parlament beschlossenen CO2-Gesetzgebung und warnte vor den negativen Auswirkungen solcher Unsicherheiten auf die Verbraucher. Diese politische Uneinigkeit erschwere die Kaufentscheidungen für Elektroautos und bremse den Übergang zur Elektromobilität. Der Betriebsrat sprach sich zudem für die Einführung einer Kaufförderprämie in Deutschland aus, um die Nachfrage anzukurbeln.
In Köln produziert Ford die Elektroautomodelle Explorer und Capri. Trotz dieser Bemühungen um die Elektromobilität sieht sich das Unternehmen mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Bereits vor wenigen Wochen hatte Ford bekannt gegeben, bis Ende 2027 etwa 4000 Stellen in Europa abzubauen, davon allein 2900 in Deutschland. Diese Maßnahme wird mit der derzeit schwächelnden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen begründet. Zusätzlich kündigte das Unternehmen an, Anfang 2025 in Köln Kurzarbeit einzuführen.
Der Besuch des Bundeskanzlers fand vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen statt und wurde von der Forderung begleitet, dass die Politik ein starkes Signal für die Elektromobilität senden müsse. Scholz’ Appell zur europaweiten Verkaufsförderung und zum Ausbau der Ladeinfrastruktur zielt darauf ab, diese Herausforderungen zu bewältigen und die Elektromobilität in Europa weiter voranzutreiben.
