Schaeffler-Familie liebäugelt mit Vitesco-Übernahme
Konsolidierung und Ausbau im dynamischen Elektroautomobilitätszulieferermarkt

In einem kühnen Schritt, der ein Zeichen für die dynamische Entwicklung des Sektors für Elektroautomobilität setzen könnte, erwägt die Milliardärsfamilie Schaeffler die Übernahme des Autozulieferers Vitesco. Mit Wurzeln in der fränkischen Stadt Herzogenaurach und als Mehrheitseigentümerin des renommierten Wälzlager-Konzerns ist die Familie Schaeffler keine Unbekannte in der Automobilbranche. Durch diesen möglichen Kauf, der schon in Kürze offiziell bekannt gegeben werden könnte, würde die Familie ihre Präsenz und Einfluss im rasch wachsenden Markt der Elektroautozulieferer stärken.
Vitesco, mit Hauptsitz im bayerischen Regensburg und 2021 vom Automobilzulieferer Continental abgespalten, ist mitten in einem tiefgreifenden Wandel. Der bisherige Produzent von Komponenten für Verbrennungsmotoren steuert nun in Richtung Antriebstechnologie für Elektrofahrzeuge und positioniert sich somit zukunftsorientiert in einem sich rapide verändernden Markt. Dieser Übergang hat die Aufmerksamkeit der Schaefflers geweckt, die bereits durch ihre Familien-Holding IHO beachtliche 49,9 Prozent der Vitesco-Anteile halten.
Die Ambitionen der Familie Schaeffler könnten durch die florierende Performance von Vitesco in den letzten zwölf Monaten angeheizt worden sein. Mit einem bemerkenswerten Anstieg der Vitesco-Aktie um 56 Prozent und einem aktuellen Börsenwert von 2,9 Milliarden Euro hat das Unternehmen im Sommer seinen Weg in den Nebenwerteindex MDax gefunden. Für die Schaefflers könnte dies eine strategische Investition sein, um in einem immer grüner und technologieorientierter werdenden Automobilmarkt weiterhin eine führende Rolle zu spielen.
Auf der anderen Seite spielt der österreichische Unternehmer Siegfried Wolf, der als zweitgrößter Aktionär von Vitesco gilt und fünf Prozent der Anteile hält, auch eine nicht zu unterschätzende Rolle in diesem unternehmerischen Schachspiel. Sollte die Übernahme zustande kommen, würde es interessant sein zu beobachten, welche strategischen Schritte er in Bezug auf seine Beteiligung unternimmt.
