Schaeffler setzt auf humanoide Roboter
Zulieferer verkauft Turbolader-Sparte in China und steigert operativen Gewinn

Der fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler investiert in humanoide Roboter und vertieft dafür seine Zusammenarbeit mit dem Technologieunternehmen Neura Robotics. Ziel ist es, bis 2035 eine mittlere vierstellige Zahl dieser Roboter in das eigene Produktionsnetzwerk zu integrieren. Im Rahmen der Kooperation sollen auch Trainingsdaten generiert werden, um den Einsatz der Maschinen in der Fertigung zu optimieren. Der Einsatz humanoider Roboter wird in der Automobilindustrie bereits seit einiger Zeit erprobt. Schaeffler liefert dabei wesentliche Komponenten wie Getriebe, die für die Bewegungssteuerung der Roboter entscheidend sind.
Parallel dazu setzt Schaeffler den Konzernumbau nach der Übernahme des Antriebsspezialisten Vitesco fort und hat das Turbolader-Geschäft von Vitesco in China verkauft. Die Einheit mit rund 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 100 Millionen Euro geht an den chinesischen Turbolader-Spezialisten Xiling. Angaben zum Kaufpreis machte Schaeffler nicht. Unternehmenschef Klaus Rosenfeld erklärte, der Verkauf sei bereits beim Kapitalmarkttag angekündigt worden und weitere Schritte im Rahmen der Integration und Portfolioanpassung würden folgen.
Finanziell konnte Schaeffler im dritten Quartal Fortschritte verzeichnen. Der Betriebsgewinn stieg auf 264 Millionen Euro nach 206 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Maßgeblich dazu beigetragen haben die profitable Ersatzteilsparte und Fortschritte im Bereich Elektromobilität. Gleichzeitig zeigten sich Einsparungen in der Industriesparte positiv. Der Umsatz ging zwar nominal um zwei Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zurück, währungsbereinigt ergibt sich laut dem Unternehmen jedoch ein Zuwachs von 1,3 Prozent. Schaeffler sieht sich damit trotz eines herausfordernden Umfelds operativ gestärkt und setzt auf eine Kombination aus technischer Innovation und struktureller Straffung, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
