Saudi Arabien hat gerade 27 Milliarden Dollar verloren
Der jüngste Ölpreis-Crash ist für das Land wohl teuer.

Der Ölpreiseinbruch entzieht Saudi-Arabien in diesem Jahr Öleinnahmen in Höhe von 27,5 Milliarden US-Dollar, sagte der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman am Freitag und räumte ein, dass die derzeitigen Öleinnahmen nicht ausreichen, um die Gehaltskosten des Königreichs zu decken. Saudi-Arabien hatte im vergangenen Jahr prognostiziert, dass sich die diesjährigen Einnahmen des Staates auf 222 Milliarden US-Dollar (833 Milliarden saudische Riyals) belaufen würden, von denen 137 Milliarden US-Dollar (513 Milliarden Riyals) aus Öl stammen würden, sagte der Kronprinz in einer Rede der offiziellen saudischen Presseagentur. Nach dem Einbruch der Ölpreise seien die Öleinnahmen Saudi-Arabiens jedoch tatsächlich auf 109 Milliarden US-Dollar (410 Milliarden Riyals) gesunken, sagte Mohammed bin Salman. So kostete der Preiseinbruch, zu dem Saudi-Arabien selbst beigetragen hat, indem es den Markt im April mit Öl überschwemmte, den weltweit führenden Ölexporteur in diesem Jahr knapp über 27,5 Milliarden US-Dollar an Öleinnahmen. "Diese Einnahmen allein reichen nicht einmal aus, um die im diesjährigen Haushalt auf 504 Milliarden Riyals geschätzte Gehaltsabrechnung zu decken, ganz zu schweigen von der Schwierigkeit, andere Posten zu finanzieren, zu denen Investitionsausgaben in Höhe von 173 Milliarden Riyals und Sozialversicherungsleistungen in Höhe von 69 Milliarden Riyals sowie Betriebs- und Wartungskosten in Höhe von 140 Milliarden Riyals und andere gehören, was eine wirtschaftliche Rezession und den Verlust von Millionen von Arbeitsplätzen bedeutet", sagte Mohammed bin Salman in seiner Rede. Der Einbruch der Ölpreise hat das Königreich gezwungen, einige sehr unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen, wie z.B. die Verdreifachung der Mehrwertsteuer (MwSt.), die Reduzierung der Auszahlungen an ärmere Haushalte und die Abschaffung der Lebenshaltungskostenzuschüsse für Staatsbedienstete. Anfang dieser Woche revidierte Fitch Ratings seinen Ausblick für das langfristige Fremdwährungs-Emittentenausfall-Rating (IDR) Saudi-Arabiens von "stabil" auf "negativ" und zitierte "die anhaltende Schwächung seiner Finanz- und Außenhandelsbilanz, die durch die Coronavirus-Pandemie und die niedrigeren Ölpreise beschleunigt wurde, trotz des starken Engagements der Regierung für die Haushaltskonsolidierung".
