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SAP-Aktie auf 17-Monats-Tief: KI-Ängste vernichten 130 Mrd. Dollar

Die Aktie des Walldorfer Softwarekonzerns SAP ist auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten gefallen. KI-bedingte Verkaufsängste haben den Marktwert um 130 Milliarden Dollar reduziert.

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SAP-Aktie auf 17-Monats-Tief: KI-Ängste vernichten 130 Mrd. Dollar

Die SAP-Aktie befindet sich im freien Fall. Am Dienstag notierte das Papier des deutschen Softwareriesen in Frankfurt mit einem Minus von 2,4 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 17 Monaten. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei etwa 233 Milliarden Euro – ein dramatischer Rückgang vom Allzeithoch von 344 Milliarden Euro im Februar 2025.

Branchenweite KI-Ängste belasten

Der Kursrutsch ist Teil einer umfassenden Verkaufswelle, die den gesamten Softwaresektor erfasst hat. Anleger befürchten zunehmend, dass Künstliche Intelligenz traditionelle Geschäftsmodelle disruptieren könnte. Der S&P 500 Software-Index hat im laufenden Jahr bereits 7,2 Prozent verloren.

"Einige der Bedenken am Markt sind gerechtfertigt, nicht hinsichtlich der existenziellen Zukunft des Unternehmens, sondern hinsichtlich des Wertes seiner Dienstleistungen", erklärt Angelo Meda, Portfoliomanager bei Banor SIM. Er betont die Notwendigkeit einer beschleunigten Cloud-Transformation.

Preisdruck durch KI-Automatisierung

Die Sorge der Investoren: Mit KI könnten viele Software-Module deutlich einfacher zu entwickeln und zu replizieren sein. "Das Risiko besteht, dass der durchschnittliche Verkaufspreis von Dienstleistungen und abrechenbaren Stunden sinkt", warnt Meda. Dies könnte die Margen des Konzerns unter Druck setzen.

Verhaltene Prognose belastet zusätzlich

Bereits im Oktober hatte SAP den Cloud-Umsatz für das Gesamtjahr am unteren Ende der Prognosespanne angesiedelt. Zwar wird der operative Gewinn am oberen Ende erwartet, doch die Zurückhaltung beim Umsatzausblick verunsichert Anleger. Nächste Woche legt der Konzern seine vollständigen Jahreszahlen vor.

Analysten bleiben trotz Turbulenzen optimistisch

"Die Stimmung im Softwaresektor war selten schlechter", schreibt Brent Thill, Analyst bei Jefferies, in einer aktuellen Einschätzung. Er weist darauf hin, dass die Bewertung von SAP sich nun ihrem historischen Tiefpunkt nähert – was für langfristig orientierte Investoren auch eine Chance darstellen könnte.

Ein Frankfurter Händler berichtet, dass einige Kunden vor den Ergebnissen der kommenden Woche Long-Positionen aufbauen. Allerdings zeigen die Charts weiterhin frische Verkaufssignale. Die meisten Analysten bleiben trotz der aktuellen Turbulenzen für Europas größten Softwarekonzern optimistisch und sehen die fundamentale Stärke des Unternehmens nicht gefährdet.

Entscheidende Woche steht bevor

Die Quartalszahlen in der kommenden Woche dürften richtungsweisend sein. Investoren werden besonders auf die Cloud-Dynamik, die KI-Strategie und die mittelfristige Guidance achten. Für SAP geht es darum, das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen und zu zeigen, dass der Konzern die KI-Herausforderung nicht als Bedrohung, sondern als Chance nutzt.

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