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Sandisk-Aktie steigt 50-fach: Ist ein Einstieg noch sinnvoll?

Von 40 auf über 2.300 Dollar in einem Jahr – Sandisk ist 2025 zur Überraschungsaktie im S&P 500 geworden.

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Sandisk-Aktie steigt 50-fach: Ist ein Einstieg noch sinnvoll?

Wer vor einem Jahr Sandisk-Aktien (SNDK) für rund 40 Dollar gekauft hätte, säße heute auf einem Kurs von über 2.300 Dollar. Allein am vergangenen Donnerstag legte das Papier um mehr als 20 Prozent zu. Der NAND-Flash-Speicherhersteller, der Anfang 2025 von Western Digital ausgegliedert wurde, hat sich still und heimlich zu einer der am besten performenden Aktien im S&P 500 entwickelt.

Der jüngste Kurssprung wurde durch starke Quartalsergebnisse des Speicher-Konkurrenten Micron Technology ausgelöst. Micron meldete einen Rekordquartalsumsatz von 41,5 Milliarden Dollar, wobei sich der NAND-Umsatz gegenüber dem Vorquartal auf 9,9 Milliarden Dollar fast verdoppelte. Das entfachte den Anleger-Enthusiasmus für alles rund um künstliche Intelligenz und Computerspeicher neu.

Was hinter dem Aufschwung steckt

Die kurze Antwort lautet: Knappheit. Die Nachfrage nach Flash-Speichern mit hoher Kapazität, die KI-Rechenzentren versorgen, trifft auf ein knappes Angebot – und die Preise sind in die Höhe geschossen. Sandisk reitet auf genau dieser Welle.

Der Umsatz von Sandisk im dritten Geschäftsquartal 2026 (Zeitraum endend am 3. April 2026) sprang im Jahresvergleich um 251 Prozent auf 5,95 Milliarden Dollar und stieg gegenüber dem Vorquartal um 97 Prozent. Besonders beeindruckend: Der Umsatz im Bereich Rechenzentren – mittlerweile das am schnellsten wachsende Geschäftsfeld – legte sequenziell um 233 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Dollar zu.

Die stark steigenden Preise hoben die bereinigte Bruttomarge auf 78,4 Prozent – ein bemerkenswerter Wert für ein Geschäft, das lange Zeit durch dünne Margen und ausgeprägte Zyklik gekennzeichnet war. CEO David Goeckeler kommentierte die Entwicklung in der Ergebniskonferenz: „NAND-Flash entwickelt sich zur einzigen wirtschaftlich tragfähigen Lösung, um die Kapazität, Leistung und Effizienz zu liefern, die erforderlich sind, um Modelle für Echtzeit-Inferenz in großem Maßstab zugänglich zu halten."

Darüber hinaus versucht Sandisk, die guten Zeiten dauerhaft zu sichern. Das Unternehmen hat fünf mehrjährige Lieferverträge unterzeichnet – sein sogenanntes neues Geschäftsmodell –, die Kunden feste Volumina und Sandisk feste Preise garantieren. Diese Verträge sind durch Finanzgarantien in Höhe von mehr als 11 Milliarden Dollar abgesichert. Laut Management decken sie bereits mehr als ein Drittel der geplanten Produktion für das Geschäftsjahr 2027 ab. Goeckeler betonte: „Diese Partnerschaften unterstützen dauerhafte, strukturell höhere Gewinne und ein deutlich berechenbareres und weniger zyklisches Geschäft für Sandisk."

Ist ein Einstieg jetzt noch sinnvoll?

Hier wird es kompliziert. Sandisk wird derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 78 gehandelt – ein hohes Multiple, das auf den ersten Blick darauf hindeutet, dass die Aktie der Geschäftsentwicklung weit vorausgeeilt ist. Doch diese Kennzahl ist rückwärtsgewandt und berücksichtigt mehrere deutlich schwächere Quartale aus der Vergangenheit.

Bedenkt man, dass das Management für das vierte Geschäftsquartal allein einen bereinigten Gewinn von 30 bis 33 Dollar pro Aktie in Aussicht gestellt hat – mehr als Sandisk im gesamten vorangegangenen Jahr verdient hat –, ergibt sich ein anderes Bild. Rechnet man das aktuelle Tempo auf das Jahr hoch, wird die Aktie mit einem sogenannten Run-Rate-KGV von näher an 18 gehandelt.

Der entscheidende Haken: Das Speichergeschäft war schon immer ein tiefzyklisches Geschäft. Die heutigen beeindruckenden Margen sind das Produkt einer echten Knappheit, die nicht ewig anhalten wird. Hohe Preise ziehen tendenziell neues Angebot an – und wenn dieses auf den Markt kommt, können Preise und Gewinne ebenso schnell wieder fallen. Die mehrjährigen Verträge dürften diesen Schlag abfedern, aber nicht vollständig neutralisieren.

Nach einem so steilen Anstieg dürfte das „leichte Geld" bereits verdient sein. Die Forward-Bewertung ist nicht unvernünftig, falls die KI-getriebene Knappheit anhält und die neuen Verträge halten, was sie versprechen – aber das ist ein großes „Falls" für eine Aktie, die bereits eine Menge guter Nachrichten eingepreist hat. Sandisk ist als Hochrisiko-Wette auf den Speicherboom zu betrachten: eine Aktie, die man im Auge behalten sollte, der man nach einer solchen Bewegung aber nicht hinterherlaufen sollte – es sei denn, man verfügt über besondere Brancheneinblicke und ist sehr zuversichtlich, dass das Geschäft die Bewertung langfristig rechtfertigen kann. Wer dennoch kauft, sollte die Position klein halten.

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