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Samsung und SK Hynix warnen vor Chip-Engpässen durch KI-Boom

Smartphone- und PC-Hersteller kämpfen mit knappen DRAM-Lieferungen, da Kapazitäten für KI-Server umgeleitet werden.

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Samsung und SK Hynix warnen vor Chip-Engpässen durch KI-Boom

Die südkoreanischen Chip-Giganten Samsung Electronics und SK Hynix schlagen Alarm: Hersteller von Smartphones und PCs bekommen zunehmend Probleme, ausreichend Speicherchips zu beschaffen. Der Grund ist die massive Umleitung von Produktionskapazitäten auf High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Server. Die beiden Unternehmen kontrollieren gemeinsam zwei Drittel des globalen DRAM-Marktes und beliefern unter anderem Apple.

"PC- und Mobilfunkkunden haben Schwierigkeiten, sich Speicherlieferungen zu sichern, da sie direkt und indirekt von Lieferengpässen und der starken Nachfrage nach serverbezogenen Produkten betroffen sind", erklärte Park Joon Deok, Leiter des DRAM-Marketings bei SK Hynix, in einer Analystenkonferenz. Die Versorgungsknappheit trifft die Hersteller von Unterhaltungselektronik zu einem ungünstigen Zeitpunkt und erhöht den Margendruck erheblich.

Das Rennen um den Aufbau von KI-Infrastruktur hat die Prioritäten der Chiphersteller grundlegend verschoben. Während die Nachfrage nach HBM-Chips für KI-Anwendungen explodiert, werden konventionelle DRAM-Chips für Smartphones und Computer zur Mangelware. Verschärft wird die Situation durch die zurückhaltende Expansionspolitik der Chiphersteller, die nach dem Superzyklus von 2017 und anschließenden Überkapazitäten vorsichtiger agieren.

Preisanstieg zwingt Hersteller zum Umdenken

Die stark steigenden Speicherchip-Preise zwingen erste Hersteller bereits zu Anpassungen ihrer Produktstrategie. "Aufgrund eines jüngsten Anstiegs der Speicherchip-Preise passen PC- und Mobilfunkkunden ihre Einkaufsvolumina an", bestätigte SK Hynix. Einige Unternehmen verfolgen nun einen konservativeren Ansatz bei den Lieferplänen oder erwägen, die Speicherchip-Spezifikationen in ihren preissensiblen Produktpaletten anzupassen.

Die Marktforscher IDC und Counterpoint haben ihre Prognosen bereits nach unten korrigiert. Beide erwarten nun, dass die weltweiten Smartphone-Verkäufe 2026 um mindestens 2 Prozent schrumpfen werden – frühere Wachstumsprognosen wurden damit revidiert. Für den PC-Markt prognostiziert IDC einen Rückgang von mindestens 4,9 Prozent, nachdem 2025 noch ein Wachstum von 8,1 Prozent verzeichnet wurde.

Samsung, der zweitgrößte Smartphone-Hersteller weltweit, spürt die Auswirkungen bereits deutlich. Die Gewinne des Mobilfunkgeschäfts brachen im vierten Quartal um 10 Prozent ein. Cho Seong, Manager des Mobilfunkgeschäfts, warnte vor einem "herausfordernden Jahr" 2026 und erwartet stagnierende Smartphone-Auslieferungen sowie das Risiko weiterer Abwärtskorrekturen aufgrund der Speicherchip-Preise.

Kapazitäten bleiben begrenzt

Eine schnelle Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Samsung kündigte an, dass die Expansion der Produktionskapazitäten auch in den Jahren 2026 und 2027 begrenzt bleiben werde. Stattdessen priorisiert der Konzern die Belieferung von Serverkunden und plant, den Anteil an KI-bezogenen Produkten weiter zu erhöhen – ein Schritt, der die Verfügbarkeit konventioneller Speicherchips zusätzlich einschränken dürfte.

Hinter dieser Strategie steckt der intensive Wettbewerb im lukrativen HBM-Segment. SK Hynix, Hauptlieferant von Nvidia, führt den HBM-Chipmarkt laut Macquarie Equity Research mit einem Marktanteil von 61 Prozent an. Samsung folgt mit 19 Prozent, Micron hält 20 Prozent. SK Hynix versprach, seinen "überwältigenden" Marktanteil bei den HBM4-Chips der nächsten Generation zu halten.

Investoren warten nun gespannt auf die Quartalsergebnisse von Apple, die am Donnerstag veröffentlicht werden. Besonders interessant dürfte sein, wie der größte Smartphone-Hersteller der Welt mit dem globalen Speicherchip-Engpass umzugehen gedenkt und welche Auswirkungen dies auf die Produktverfügbarkeit und Preisgestaltung haben könnte.

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