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Deezer lizenziert KI-Erkennungstool gegen Streaming-Betrug an Sacem

Französischer Musikstreaming-Dienst will KI-generierte Musik identifizieren und Tantiemenbetrug eindämmen

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Deezer lizenziert KI-Erkennungstool gegen Streaming-Betrug an Sacem

Der französische Musikstreaming-Dienst Deezer hat sein KI-Erkennungstool an die französische Verwertungsgesellschaft Sacem lizenziert. Die am Donnerstag bekannt gegebene Vereinbarung zielt darauf ab, betrügerische KI-generierte Musikstreams zu identifizieren und aus dem Tantiemenpool zu entfernen. Das Unternehmen plant eine weitere Ausweitung der Technologie auf andere europäische Verwertungsgesellschaften.

Die Maßnahme erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für die Musikindustrie. Böswillige Akteure laden zunehmend Tausende KI-generierter Titel hoch, um algorithmische Empfehlungen auszulösen und Tantiemen von echten Künstlern und Songwritern abzuzweigen. Deezer erhält mittlerweile täglich rund 60.000 vollständig KI-erstellte Titel – das entspricht etwa 39 Prozent der gesamten täglichen Uploads. Im Januar 2024 lag dieser Anteil noch bei lediglich 10 Prozent.

Im Jahr 2025 konnte Deezer nach eigenen Angaben bis zu 85 Prozent der betrügerischen KI-generierten Musikstreams erfolgreich identifizieren und entfernen. Insgesamt wurden über 13,4 Millionen KI-Titel markiert. Laut CEO Alexis Lanternier umfasst der Tantiemenpool von Deezer 70 Prozent der Abonnenteneinnahmen – ein erheblicher Betrag, der nun besser geschützt werden soll.

Technologie analysiert unhörbare Anomalien

Das Erkennungswerkzeug analysiert Audiosignale auf charakteristische Muster, die von KI-Musikgeneratoren wie Suno und Udio erzeugt werden. Dabei identifiziert die Technologie subtile Anomalien, die für menschliche Ohren nicht wahrnehmbar sind. Deezer hat das System mit 94 Millionen Liedern trainiert und im Jahr 2024 zwei Patente für die Technologie angemeldet.

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zur alleinigen Nutzung solcher Erkennungstools. Die schwedische Verwertungsgesellschaft Stim erklärte gegenüber Reuters, dass Erkennungswerkzeuge allein keine Antwort auf Fragen rund um musikalische Komposition und Urheberrecht sein können. "Wir glauben, dass Urheberrecht und Technologie Hand in Hand gehen können", so Stim.

Internationale Expansion geplant

Stim vertritt die Auffassung, dass eine obligatorische Lizenzierung und vollständige Transparenz bei den Trainingsdaten Betrug an seiner Quelle verhindern würden. Die Organisation hatte 2025 eine Lizenz eingeführt, die es KI-Unternehmen erlaubt, urheberrechtlich geschützte Songs legal für das Training von Modellen zu nutzen.

Deezer befindet sich nach Angaben von CEO Lanternier bereits in Gesprächen mit anderen europäischen kollektiven Verwertungsgesellschaften bezüglich der Lizenzierung. Während der Grammy Week plant das Unternehmen zudem Gespräche mit Organisationen in Los Angeles, um die Technologie auch auf dem US-amerikanischen Markt zu etablieren.

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