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Samsung und SK Hynix unter Druck: Anleger blicken vorsichtig auf Q3-Zahlen

Samsung Electronics verliert 1,8 Prozent, SK Hynix 3,4 Prozent – vor den Quartalszahlen am 8. und 27. Oktober wächst die Vorsicht.

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Samsung und SK Hynix unter Druck: Anleger blicken vorsichtig auf Q3-Zahlen

Die Aktien der südkoreanischen Tech-Giganten Samsung Electronics und SK Hynix haben am Dienstag deutlich nachgegeben und den Leitindex KOSPI um mehr als 1 Prozent belastet. Während Samsung 1,8 Prozent verlor, sank der Kurs von SK Hynix um 3,4 Prozent. Diese Entwicklung steht im Kontrast zu den allgemeinen Gewinnen im Halbleitersektor und spiegelt die wachsende Vorsicht der Anleger im Vorfeld der anstehenden Quartalsergebnisse wider.

Im Mittelpunkt des Interesses steht die Frage, ob die beiden Speicherchip-Konzerne die Erwartungen der Analysten übertreffen können. Die Konsensschätzungen wurden in den vergangenen 90 Tagen bereits leicht nach unten korrigiert. Für Samsung erwarten die Analysten einen operativen Gewinn von über 100 Billionen Won – umgerechnet rund 74,05 Milliarden US-Dollar. Das wäre ein potenzieller Rekordwert für den Konzern.

Samsung wird voraussichtlich am 8. Oktober vorläufige Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Die vollständigen Berichte werden für Ende Oktober erwartet – Samsung vorläufig am 29. Oktober, SK Hynix am 27. Oktober. Für deutsche Anleger sind diese Termine deshalb relevant, weil beide Konzerne zu den zentralen Zulieferern im globalen KI-Boom gehören und ihre Zahlen regelmäßig die Stimmung im gesamten Halbleitersektor beeinflussen.

Die Details

Der erwartete operative Gewinn von mehr als 100 Billionen Won markiert die zentrale Kennzahl für Samsung. Die Marktdaten zeigen für den Konzern einen geschätzten Gewinn pro Aktie (EPS) von 13.607 KRW bei einem Umsatz von 204,80 Billionen KRW. Für SK Hynix wird ein EPS von 86.976 KRW bei einem Umsatz von 98,65 Billionen KRW prognostiziert.

Der Markt zeigt sich aus mehreren Gründen besorgt. Ein starker Won belastet die Auslandsergebnisse der exportorientierten Konzerne, weil Erlöse in fremder Währung bei der Umrechnung an Wert verlieren. Hinzu kommen Personalkosten: Die Belegschaften fordern höhere Bonuszahlungen, um an den KI-bedingten Gewinnen des vergangenen Jahres zu partizipieren, was zu entsprechenden Rückstellungen in den Büchern führt.

Ein zweiter Belastungsfaktor sind Nachfragesorgen. Berichte über Verzögerungen bei Rechenzentren in den USA haben die Sorge vor einer Abschwächung der KI-getriebenen Chip-Nachfrage geschürt. Diese Unsicherheit erklärt, warum die Kurse der beiden Konzerne fielen, obwohl der breitere Halbleitersektor Gewinne verzeichnete.

Es gibt jedoch auch positive Signale. Die jüngsten Quartalszahlen des Konkurrenten Micron deuten darauf hin, dass die KI-Nachfrage zumindest bis September robust blieb. Micron prognostiziert zudem, dass die Speicherknappheit aufgrund der KI-Entwicklung noch mindestens ein Jahr anhalten wird – grundsätzlich eine gute Nachricht für Samsung und SK Hynix.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die aktuellen Kursverluste sind nicht das erste Mal, dass die Märkte auf Nachrichten der beiden Konzerne nervös reagieren. Bereits am 7. Juli 2026 berichtete aktien.news, dass Samsung für das zweite Quartal 2026 ein vorläufiges Betriebsergebnis von 89,4 Billionen Won (umgerechnet rund 58 Milliarden US-Dollar) gemeldet hatte – ein Anstieg um das 19-Fache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und rund 6 Prozent über den Analystenprognosen. Trotzdem verlor die Samsung-Aktie in Seoul mehr als 10 Prozent an Wert und zog den KOSPI so stark nach unten, dass eine kurze Handelsunterbrechung durch einen automatischen Kursstopp ausgelöst wurde.

Am 8. Juli 2026 folgte ein weiterer Bericht: Halbleiteraktien gerieten massiv unter Druck, nachdem Samsung mit seinen Quartalsergebnissen die hochgesteckten Erwartungen der Wall Street an die KI-Nachfrage verfehlt hatte. Die Samsung-Aktie brach um 8 Prozent ein, obwohl der Konzern sowohl Nvidia als auch Apple beim Quartalsgewinn übertraf und einen Anstieg des Betriebsgewinns um 1.800 Prozent ankündigte. In einem zweiten Bericht desselben Tages berichtete aktien.news, dass Samsung für das zweite Quartal 2026 einen vorläufigen operativen Gewinn von 89,4 Billionen Won (rund 59 Milliarden US-Dollar) ausgewiesen hatte – ein Plus von mehr als 1.800 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem der operative Gewinn lediglich 4,7 Billionen Won betragen hatte.

Auch SK Hynix war bereits Thema: Am 29. Juli 2026 berichtete aktien.news, dass der Speicherchiphersteller im zweiten Quartal 2026 die Umsatzerwartungen der Analysten verfehlte. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 257 Prozent auf 79,3 Billionen Won (umgerechnet rund 54,4 Milliarden US-Dollar), blieb aber hinter den Erwartungen der von FactSet befragten Analysten zurück. Beim Nettogewinn übertraf das Unternehmen die Prognosen, gestützt durch Investitionsgewinne. Die Aktie reagierte auf die gemischten Ergebnisse mit Kursgewinnen.

Was das für Anleger bedeutet

Für Investoren wird bei der Ergebnisvorlage vor allem der Ausblick entscheidend sein, nicht allein die Zahlen des abgelaufenen Quartals. Bei Samsung liegt der Fokus darauf, ob das Unternehmen Marktanteile hinzugewinnen konnte. Bei SK Hynix hingegen wird genau beobachtet, ob der Hochlauf der HBM4-Produktion (High Bandwidth Memory) planmäßig verläuft.

Die Erfahrung aus dem Sommer zeigt, wie hoch die Messlatte im KI-Zeitalter für Halbleiterunternehmen inzwischen liegt. Starke Fundamentaldaten allein reichten zuletzt nicht aus, um Kursverluste zu verhindern. Deutsche Privatanleger, die über den KOSPI, koreanische Einzelaktien oder Technologiefonds in diesem Segment engagiert sind, sollten daher sowohl die vorgelegten Zahlen als auch die Kommentare zum weiteren Geschäftsverlauf genau verfolgen. Hinzu kommt der Wechselkurseffekt: Ein starker Won kann die ausgewiesenen Ergebnisse belasten, selbst wenn das operative Geschäft solide läuft.

Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Klar ist jedoch, dass die kommenden Wochen für die Bewertung des gesamten Speicherchip-Sektors richtungsweisend sein dürften.

Ausblick

Samsung will am 8. Oktober vorläufige Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. SK Hynix folgt mit seinem vollständigen Bericht am 27. Oktober, Samsung mit seinem vorläufigen Bericht am 29. Oktober. Entscheidend wird sein, ob die Unternehmen die in den vergangenen 90 Tagen leicht nach unten korrigierten Konsensschätzungen übertreffen können.

Unterstützung könnten die Erwartungen von Micron liefern, wonach die Speicherknappheit aufgrund der KI-Entwicklung noch mindestens ein Jahr anhalten soll. Ob sich diese Prognose bestätigt, wird sich an den Ausblicken der beiden südkoreanischen Konzerne zeigen.

Kurz erklärt

  • KOSPI: der wichtigste Aktienindex Südkoreas, der die Entwicklung der größten dort gelisteten Unternehmen abbildet.
  • Gewinn pro Aktie (EPS): der auf eine einzelne Aktie entfallende Anteil am Gewinn eines Unternehmens.
  • HBM4: eine Generation besonders schneller Speicherchips, die in KI-Beschleunigern zum Einsatz kommt.
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