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Michael Burry verkauft Lululemon-Position auf 8,5-Jahres-Tief

Der „Big Short"-Investor tauscht seine größte Aktienposition gegen Deckers Outdoor – aus steuerlichen Gründen.

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Michael Burry verkauft Lululemon-Position auf 8,5-Jahres-Tief

Michael Burry, der legendäre Contrarian-Investor und ehemalige Hedgefonds-Manager, hat seine größte Aktienposition verkauft. Bekannt geworden durch den Film „The Big Short", trennte sich Burry von seinen Lululemon-Aktien (LULU) – und das auf einem 8,5-Jahres-Tief des Titels. Der Schritt sorgt in der Finanzwelt für Aufmerksamkeit, denn Burry gilt als einer der bekanntesten Gegenspieler des Marktkonsenses.

Wie aus mehreren Berichten hervorgeht, die sich auf den Chatroom seines Substack-Dienstes berufen, handelt es sich dabei jedoch nicht um einen endgültigen Ausstieg. Burry erklärte demnach, seine Lululemon-Aktien gegen Papiere von Deckers Outdoor (DECK) getauscht zu haben – mit dem ausdrücklichen Ziel, einen steuerlichen Vorteil geltend zu machen.

Steuerstrategie statt Überzeugungswandel

Hinter dem Verkauf steckt eine klassische Steuerstrategie, die im Englischen als „Tax-Loss Harvesting" bekannt ist. Dabei werden Verlustpositionen realisiert, um diese steuerlich gegen Gewinne aufzurechnen und so die Steuerlast zu senken. Der Haken: Die US-Steuerbehörde IRS hat dafür klare Regeln aufgestellt.

Die sogenannte „Wash Sale Rule" der IRS verbietet es Anlegern, eine verkaufte Aktie innerhalb von 30 Tagen wieder zurückzukaufen und den Steuervorteil dennoch geltend zu machen. Genau diese Frist will Burry abwarten. Er kündigte an, Lululemon nach Ablauf der 30-tägigen Sperrfrist erneut kaufen zu wollen – sein grundsätzliches Vertrauen in den Titel bleibt also offenbar bestehen.

Für deutsche Anleger ist diese Strategie ein interessanter Einblick in die US-Steuerpraxis. In Deutschland gelten ähnliche Prinzipien der Verlustverrechnung, jedoch ohne eine explizite „Wash Sale"-Regelung wie in den USA. Amerikanische Investoren müssen daher bei solchen Transaktionen besonders sorgfältig vorgehen, um den steuerlichen Vorteil nicht zu verlieren.

Burry und seine Contrarian-Strategie

Michael Burry wurde weltberühmt, weil er als einer der wenigen Investoren die US-Immobilienkrise von 2008 voraussah und massiv auf den Zusammenbruch des Hypothekenmarktes wettete – ein Ereignis, das im Film „The Big Short" mit Christian Bale in der Hauptrolle verewigt wurde. Seitdem gilt er als Ikone des antizyklischen Investierens.

Sein Einstieg in Lululemon auf einem Mehrjahrestief zeigt, dass Burry weiterhin bereit ist, gegen den Strom zu schwimmen. Der Sportbekleidungshersteller hatte zuletzt mit Gegenwind zu kämpfen, was den Kurs auf das tiefste Niveau seit 8,5 Jahren gedrückt hatte. Dass Burry ausgerechnet auf diesem Niveau eingestiegen war und nun – trotz des Verkaufs – plant, die Position wieder aufzubauen, unterstreicht seine langfristige Überzeugung.

Der Tausch in Deckers Outdoor dient in diesem Kontext lediglich als Platzhalter, um während der Wartefrist im Markt investiert zu bleiben. Deckers Outdoor ist ebenfalls im Bereich Schuh- und Bekleidungsmarken tätig und gilt als thematisch verwandter Titel zu Lululemon.

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