Salzgitter übertrifft Q1-Erwartungen und bestätigt angehobene Jahresprognose 2026
Der Stahlkonzern Salzgitter AG überzeugt mit starken Quartalszahlen und bekräftigt seine deutlich erhöhte EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr.

Die Salzgitter AG (XETRA: SZG) hat am Dienstag, den 21. April 2026, ihre Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgelegt – und die Erwartungen der Analysten dabei deutlich übertroffen. Das EBITDA belief sich auf 280 Millionen Euro und lag damit fast doppelt so hoch wie die Konsensschätzung von 147 Millionen Euro. Auch das Vorsteuerergebnis überzeugte: Es erreichte 179 Millionen Euro, gegenüber einem Konsenswert von lediglich 48 Millionen Euro.
Ein wesentlicher Treiber der starken Quartalsentwicklung war der Beitrag des Kupferproduzenten Aurubis, an dem Salzgitter beteiligt ist. Dieser steuerte im ersten Quartal 2026 stolze 147 Millionen Euro zum Ergebnis bei – nach 48 Millionen Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres. Damit hat sich der Aurubis-Beitrag mehr als verdreifacht und war maßgeblich für das positive Gesamtergebnis verantwortlich.
Neben Aurubis lieferte auch die Stahlproduktion einen soliden Beitrag von 89 Millionen Euro. Ergänzt wurde das Ergebnis durch positive Beiträge aus den Geschäftsbereichen Handel und Technologie, die das breite Aufstellungsprofil des Konzerns unterstreichen.
Prognose deutlich angehoben und bestätigt
Salzgitter bestätigte mit den Quartalszahlen seine kürzlich angehobene EBITDA-Prognosespanne für das Gesamtjahr 2026. Diese liegt nun bei 625 bis 725 Millionen Euro – ein deutlicher Sprung gegenüber der vorherigen Spanne von 500 bis 600 Millionen Euro. Auch die Prognose für das Vorsteuerergebnis wurde erhöht: Sie beläuft sich nun auf 200 bis 300 Millionen Euro, nach einer früheren Spanne von 75 bis 175 Millionen Euro.
Wichtig für Anleger: Die Prognose klammert die Auswirkungen der HKM-Übernahme sowie Bewertungseffekte bei Wandelanleihen aus. Diese Sondereffekte werden bei der Beurteilung der operativen Entwicklung des Konzerns also nicht berücksichtigt.
Ausblick: EU-Schutzmaßnahmen stützen Stahlmargen
Für den Geschäftsbereich Stahlproduktion erwartet Salzgitter ein höheres Vorsteuerergebnis im Vergleich zu 2025. Als Stütze nennt das Unternehmen verbesserte Margen, die auf EU-Schutzmaßnahmen für die europäische Stahlindustrie zurückzuführen sind. Diese handelspolitischen Instrumente sollen heimische Produzenten vor günstigeren Importen schützen und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Stahlhersteller sichern.
Im Bereich Formstahl rechnet Salzgitter mit einer moderaten Verbesserung – trotz einer nach wie vor schwächeren Erholung der Stahlnachfrage in der EU und in Deutschland. Die Nachfrageschwäche im deutschen Industriesektor bleibt damit ein Belastungsfaktor, der die Erholung bremst.
Für den Bereich Stahlverarbeitung prognostiziert das Unternehmen ebenfalls ein höheres Vorsteuerergebnis. Für das erste Halbjahr 2026 wird dabei eine zufriedenstellende Kapazitätsauslastung im Grobblech-Segment erwartet. Insgesamt rechnet Salzgitter mit höheren Absatzvolumina und einer verbesserten Kapazitätsauslastung im gesamten Konzern – ein positives Signal für die weitere Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr.
