Ryanair steigert Gewinn dank schnellerer Boeing-Lieferungen
Frühere Flugzeugübergaben und starke Sommernachfrage treiben Passagierzahlen und Ergebnis

Ryanair hat im ersten Halbjahr einen Nachsteuergewinn von 2,54 Milliarden Euro erzielt und damit die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Der irische Billigflieger profitierte dabei von einer höheren Nachfrage im Sommer sowie von einer schnelleren Auslieferung neuer Flugzeuge durch Boeing. Das Ergebnis liegt um 42 Prozent über dem Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro. Die durchschnittlichen Ticketpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent.
Das Unternehmen geht davon aus, im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2026 rund 207 Millionen Passagiere zu befördern, anstatt der bislang prognostizierten 206 Millionen. Möglich wurde die Kapazitätserhöhung durch die frühere Übergabe von 23 Boeing-737-MAX-8-Jets. Sechs weitere Flugzeuge aus der Bestellung sollen bis Februar geliefert werden, womit Ryanair erstmals seit Jahren mit einer vollständigen Flotte in den Sommerflugplan starten kann. Vorstandschef Michael O’Leary lobte in einer Präsentation die deutlichen Fortschritte bei Boeing und sprach von einer „Transformation“ der Produktionsprozesse.
Dank der erweiterten Flotte rechnet Ryanair im kommenden Sommer mit einem Verkehrsplus von rund vier Prozent auf 215 Millionen Fluggäste. Gleichzeitig bereitet sich die Airline auf ihre nächste Flugzeuggeneration vor: Sie hat 150 Maschinen des neuen Typs Boeing 737 MAX 10 bestellt, deren Zulassung nach Angaben O’Learys bis Mitte 2026 erwartet wird. Um auf die Auslieferung vorbereitet zu sein, will Ryanair bereits ab 2026 verstärkt Piloten einstellen.
Auch bei der Treibstoffabsicherung nutzt das Unternehmen die derzeit günstige Marktlage. Nachdem rund 85 Prozent des Bedarfs bis Ende März zu 76 US-Dollar pro Barrel abgesichert waren, hat Ryanair für das Geschäftsjahr 2027 etwa 80 Prozent seines Verbrauchs zu knapp unter 67 US-Dollar pro Barrel abgesichert.
Finanzvorstand Neil Sorahan berichtete von einer etwas schwächeren Nachfrage im November, die teilweise durch Preisanreize gestützt werde. Während der Herbstferien habe sich die Nachfrage jedoch stabil gezeigt, und die Buchungen für die Weihnachtszeit liegen leicht über dem Vorjahresniveau. Das Management erwartet, den Preisrückgang des letzten Jahres vollständig ausgleichen zu können und spricht von einem insgesamt „vernünftigen“ Wachstum des Jahresgewinns.
