Ryanair senkt Erwartungen und Gewinn
Preissenkungen und Boeing-Verzögerungen belasten Passagierzahlen und Unternehmensziele

Ryanair hat in den ersten sechs Monaten des Bilanzjahres 2024/25 einen Rückgang seines Gewinns verzeichnet. Die irische Billigfluggesellschaft meldete einen Gewinnrückgang um 18 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro. Diese Zahl entspricht den Erwartungen der Analysten, die mit einem Gewinn von etwa 1,8 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der Rückgang wird auf die Preissenkungen bei den Flugtickets zurückgeführt, die das Unternehmen in diesem Zeitraum eingeführt hatte, um die Nachfrage zu stimulieren. Trotz dieser Maßnahmen blieb der Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres, und das Unternehmen musste seine Prognosen anpassen.
Ein konkretes Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr wurde von der Unternehmensführung nicht ausgegeben. Finanzvorstand Neil Sorahan betonte, dass das Ergebnis wahrscheinlich niedriger ausfallen werde als im Vorjahr. Er äußerte jedoch die Hoffnung, dass sich das Marktumfeld in naher Zukunft stabilisieren könnte und eine Erholung der Ticketpreise möglich sei. Auch für das kommende Geschäftsjahr 2025/26 verzichtete das Unternehmen auf die Angabe eines Ergebnisziels. Diese Zurückhaltung spiegelt die Unsicherheit wider, mit der das Unternehmen in den kommenden Monaten konfrontiert ist.
Zusätzlich zu den finanziellen Herausforderungen hat Ryanair seine Passagierprognose für das nächste Geschäftsjahr gesenkt. Anstatt der ursprünglich erwarteten 215 Millionen Passagiere, rechnet das Unternehmen nun mit rund 210 Millionen Reisenden bis Ende März 2026. Der Grund für die Korrektur liegt in den Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Flugzeuge durch den amerikanischen Hersteller Boeing. Dieser musste seine Produktion aufgrund technischer Probleme und eines Streiks reduzieren. Die Lieferverzögerungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Kapazitätsplanung und die Wachstumsziele von Ryanair.
Die Anpassungen bei den Prognosen und die Zurückhaltung in Bezug auf Gewinnziele deuten darauf hin, dass Ryanair mit anhaltenden Herausforderungen im Markt rechnet. Besonders die Abhängigkeit von den Ticketpreisen und der zuverlässigen Lieferung von neuen Flugzeugen wird das Geschäft weiterhin beeinflussen. Die Airline, die als größte Billigfluggesellschaft Europas gilt, sieht sich vor einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld, das durch externe Faktoren wie Lieferkettenprobleme und Preisentwicklungen auf den globalen Märkten geprägt ist.
