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Russell 2000 Rally: Wolfe Research warnt vor Gewinnmitnahmen

US-Nebenwerte starten stark ins Jahr 2026 mit einem Plus von fast 8 Prozent. Doch Analysten sehen die Rally als kurzfristigen Handel und empfehlen, auf Large Caps zu setzen.

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Russell 2000 Rally: Wolfe Research warnt vor Gewinnmitnahmen

Der Russell 2000 Index und der S&P 600 haben seit Jahresbeginn knapp 8 Prozent zugelegt und damit die großen Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 deutlich hinter sich gelassen. Nach Jahren der Underperformance scheinen US-Nebenwerte wieder in den Fokus der Anleger zu rücken.

Technische Faktoren treiben die Rally

Die Analysten von Wolfe Research unter der Leitung von Chris Senyek führen die aktuelle Stärke der Small Caps jedoch primär auf technische Faktoren zurück. Dazu zählen saisonale Kapitalflüsse, die Neugewichtung von Portfolios zum Jahresende sowie eine Januar-Umkehr nach steuerlich bedingten Verkäufen im Dezember. Die Rally erfasste auch andere Marktsegmente geringerer Qualität wie stark geshortete Aktien und Microcaps.

Zwar nähren Hoffnungen auf eine lockerere Geldpolitik, fiskalische Anreize und nachlassende Zollbedenken die Erwartung einer fundamentalen Verbesserung bei Nebenwerten. Wolfe Research zeigt sich jedoch skeptisch, ob sich diese "Hoffnungen und Träume" in nachhaltige Gewinndynamik übersetzen lassen.

Gewinnrevisionen begünstigen Large Caps

"Wir glauben, dass dieser Handel in den nächsten zwei Wochen seinen Lauf nehmen wird", schreiben die Analysten. Die Berichtssaison dürfte verdeutlichen, dass Gewinnwachstum und Gewinnrevisionen weiterhin Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung begünstigen, insbesondere in den Sektoren Technologie und Kommunikationsdienstleistungen.

Die Gewinnqualität bleibt ein entscheidendes Problem. Während Large Caps, vor allem Big Tech, konstant gute Ergebnisse liefern, waren die Gewinne der Nebenwerte seit mehreren Jahren eine "Show me"-Geschichte. Die Analysten erwarten, dass die Gewinnrevisionen letztendlich Large Caps gegenüber Small Caps begünstigen werden.

Konjunktur bietet keine breite Basis

Obwohl Wolfe Research optimistischer für die US-Wirtschaft ist als der Konsens, sieht das Maklerhaus das Wachstum durch Konsumausgaben im oberen Preissegment und robuste KI-Investitionen getrieben – nicht durch eine breit angelegte Erholung im verarbeitenden Gewerbe. Frühindikatoren wie die ISM-Auftragseingänge bleiben schwach, während Wohnungsbau, Automobil sowie Öl und Gas weiterhin als Bremsfaktoren wirken.

Bewertungsunterschiede bleiben bestehen

Auch bei den Bewertungen klaffen weiterhin große Unterschiede zwischen Large und Small Caps. Diese spiegeln laut Wolfe den Sektormix, die Wachstumssichtbarkeit und die Gesamtqualität wider. Eine dauerhafte Neubewertung der Small Caps erscheint unwahrscheinlich, solange die Dominanz der Large-Cap-Technologie nicht deutlich nachlässt.

Klare Empfehlung: Gewinne mitnehmen

Das Fazit von Wolfe Research fällt eindeutig aus: Anleger sollten Gewinne bei Small Caps mitnehmen und bis ins Jahr 2026 bei der Führung durch Large Caps bleiben. Die aktuelle Bewegung sei eher ein kurzfristiger Handel als ein struktureller Wandel in der Marktführerschaft.

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