Russell 2000 auf Rekordhoch: Erleichterungsrallye erfasst US-Nebenwerte
Nach Trumps Rückzieher bei Grönland-Zöllen erreicht der Russell 2000 Index ein Allzeithoch. Breite Käufe treiben US-Börsen nach oben, während Zentralbank-Liquidität für Rückenwind sorgt.

Die US-Aktienmärkte setzten am Donnerstag ihre Erholungsbewegung fort und bescherten dem Russell 2000 Index der Nebenwerte einen historischen Rekordschluss. Auslöser war die Entschärfung der Grönland-Krise durch US-Präsident Donald Trump, der von seinen Zolldrohungen gegen europäische Länder Abstand nahm.
Breite Marktgewinne über alle Segmente
Der Russell 2000 legte um 0,8 Prozent zu und markierte damit ein neues Allzeithoch. Der technologielastige Nasdaq Composite stieg um 0,9 Prozent, während der S&P 500 um 0,5 Prozent zulegte. Der Dow Jones Industrial Average gewann 307 Punkte oder 0,6 Prozent und schloss bei 49.384 Zählern. Die Kursgewinne erfassten sowohl große Technologiewerte als auch mittelständische Industrieunternehmen.
Zentralbank-Liquidität stützt Märkte
Raheel Siddiqui, leitender Anlagestratege bei Neuberger Berman, sieht die Erholung als typische Reaktion auf geopolitische Schrecksekunden. "Wir befinden uns im größten internationalen Zinssenkungszyklus der Zentralbanken seit 1998", erklärte Siddiqui. Die Rekordsummen an Liquidität im Finanzsystem machten es schwer, die Märkte nachhaltig nach unten zu drücken.
Grönland-Konflikt noch nicht beigelegt
Trotz der Markteuphorie bleiben Risiken bestehen. Die dänische Ministerpräsidentin stellte am Donnerstag klar, dass "wir nicht über unsere Souveränität verhandeln können". Dies erfolgte nach Medienberichten über einen möglichen Kompromiss, der den USA Souveränität über Militärstützpunkte in Grönland einräumen könnte.
EU berät über gemeinsame Position
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union kamen am späten Donnerstag in Brüssel zusammen, um eine gemeinsame Position zum Grönland-Konflikt zu erarbeiten. Für europäische Investoren bleibt die Situation damit weiterhin mit Unsicherheiten behaftet, auch wenn die unmittelbare Zollgefahr vorerst gebannt scheint.
Die jüngste Rallye zeigt einmal mehr, wie stark die Märkte derzeit von der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken profitieren. Anleger sollten jedoch die weitere Entwicklung der transatlantischen Spannungen genau beobachten.
