Rückruf bei Mercedes: Gefahr durch Airbags im Van
Weltweit über 200.000 Vito und Viano betroffen – Takata-Modul könnte Insassen verletzen

Mercedes-Benz hat einen weltweiten Rückruf von rund 223.000 Fahrzeugen der Modelle Viano und Vito veranlasst. Die betroffenen Vans stammen aus dem Produktionszeitraum zwischen Dezember 2002 und Februar 2006. Wie aus einem in der Rückruf-Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamts veröffentlichten Eintrag hervorgeht, sind allein in Deutschland 60.245 Fahrzeuge potenziell betroffen. Der Grund für die Maßnahme liegt in einem Sicherheitsrisiko, das vom Fahrerairbag ausgeht.
Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin wurde bei einem Austausch des Airbags möglicherweise ein Modul des japanischen Zulieferers Takata verbaut. Dieses könne bei einem Unfall und der damit verbundenen Airbagauslösung zu einem gefährlichen Defekt führen: Der Gasgenerator im Airbag könnte bersten und dabei Metallfragmente in den Fahrzeuginnenraum schleudern. Das Airbagsystem würde in einem solchen Fall nicht korrekt auslösen und könnte die Insassen verletzen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt besteht das Risiko des "Lösens von Metallfragmenten", was mit erheblichen Verletzungsgefahren einhergeht.
Der Zulieferer Takata ist bereits seit Jahren wegen ähnlicher Probleme in den Schlagzeilen. Bereits 2014 hatte die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA das Unternehmen dazu aufgefordert, alle Frontairbags zurückzurufen, nachdem es zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen war. Insgesamt wurden Takata-Airbags mit fehlerhaften Gasgeneratoren weltweit mit über hundert Millionen Fahrzeugen verschiedener Hersteller in Verbindung gebracht. 2017 musste Takata wegen dieser Vorfälle eine Strafzahlung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar leisten, außerdem wurden drei Manager strafrechtlich belangt.
Auch in diesem Jahr kam es erneut zu Rückrufen. Im März waren Fahrzeuge von Volkswagen betroffen, im Juni rief Citroën über 440.000 Autos weltweit zurück. Der französische Hersteller empfahl damals, die betroffenen Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen nicht mehr zu benutzen.
Im aktuellen Fall plant Mercedes-Benz, die betroffenen Kunden schriftlich über den Rückruf zu informieren. Die Überprüfung und der Austausch des Airbags sollen über das Servicenetzwerk des Konzerns erfolgen. Der Werkstattaufenthalt werde laut Hersteller etwa eine Stunde dauern und für die Fahrzeughalter kostenlos sein. Die betroffenen Fahrer sollen so zeitnah wie möglich erreicht werden, um die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.
