Rückkehr Deutschlands in die Flugzeugproduktion
Die D328eco vereint moderne Technik und nachhaltige Effizienz für globale Nischenmärkte

Deutschland kehrt nach zwei Jahrzehnten zurück in die eigenständige Produktion von Passagierflugzeugen. Mit dem Projekt D328eco strebt die Deutsche Aircraft eine Wiederbelebung der Dornier Do 328 an, einem Propellerflugzeug, das zuletzt 2005 gefertigt wurde. In Oberpfaffenhofen bei München entsteht derzeit der Prototyp, dessen Erstflug für Ende 2025 geplant ist. Die Serienproduktion soll ein Jahr später in Leipzig starten, wo passende Infrastruktur und günstigere Bedingungen gegeben sind.
Die neue D328eco basiert auf Teilen des Vorgängermodells, wird jedoch um zwei Meter verlängert und mit modernen Komponenten wie Triebwerken von Pratt & Whitney sowie einem Garmin-Cockpit ausgestattet. Das Ziel ist eine kosteneffiziente und klimafreundliche Maschine, die bis zu 50 Prozent weniger Treibstoff als vergleichbare Regionaljets verbrauchen soll. Zudem ist die Verwendung von synthetischem Sprit vorgesehen, um die Umweltbilanz weiter zu verbessern. Laut Unternehmensangaben besteht weltweit ein Bedarf von bis zu 3800 Flugzeugen dieser Art, insbesondere in Regionen mit begrenzter Infrastruktur wie Südostasien, Kanada und Afrika.
Die Finanzierung des Projekts beläuft sich auf geschätzte 500 bis 700 Millionen Euro. Neben dem Hauptinvestor, der US-amerikanischen Sierra Nevada Corporation, unterstützt auch die Bundesregierung das Vorhaben mit 125 Millionen Euro. Die D328eco gilt als strategisches Projekt, um die Fähigkeit Deutschlands zur eigenständigen Flugzeugproduktion wiederherzustellen, was auch militärisch von Bedeutung ist.
Die Deutsche Aircraft plant, jährlich 48 Flugzeuge zu fertigen, um wirtschaftlich rentabel zu sein. Bislang liegen jedoch nur Absichtserklärungen für den Kauf von 34 Maschinen vor. Zu den Interessenten zählt die Chartergesellschaft Private Wings, die bereits das Vorgängermodell betreibt. Eine zentrale Herausforderung bleibt der Zeitplan: Ursprünglich für 2024 angekündigt, wurde die Markteinführung auf 2027 verschoben.
Neben der Passagierversion sollen auch Frachter und Spezialflugzeuge, etwa für den Krankentransport oder militärische Einsätze, entwickelt werden. Der moderne Propellerantrieb der D328eco ist für solche Einsätze besonders geeignet, da er leiser ist und auf kurzen Pisten operieren kann. Dennoch steht die Zulassung als potenzieller Kostentreiber im Raum. Die Deutsche Aircraft hofft, durch Nutzung der Zertifizierungen des alten Modells Zeit und Geld zu sparen, doch unklar ist, ob dies angesichts der umfassenden Modernisierungen ausreicht.
